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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
1777407826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-169052
Document type:
Monograph
Title:
Alters- und Hinterlassenenversicherung
Place of publication:
[Bern]
Publisher:
[Selbstverl.]
Year of publication:
1928
Scope:
133 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VII. Erläuterungen zum Gesetzesentwurf
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Flußspat 
128 
Formaldehyd 
wozu man entweder die flüssige Säure oder 
einen Brei aus Flußspat und Schwefelsäure auf 
die zu ätzende Fläche aufträgt oder letztere den 
Dämpfen der Säure aussetzt. Soweit die Glas 
gegenstände nicht durch einen Deckfirnis oder 
Paraffinüberzug geschützt sind, zeigen sie in 
folge der Ausscheidung von Salzen der Kiesel 
fluorwasserstoffsäure mattgeätzte Stellen (Zeich 
nungen, Inschriften, Thermometerskalen). Im 
Laboratorium benutzt man die F. zur Auf 
schließung der Silikate, wobei die gesamte 
Kieselsäure als Siliziumfluorid ausgetrieben wird, 
während die Basen, hauptsächlich die Alkalien, 
Zurückbleiben. — Beim Einleiten des Silizium 
fluorids, SiF 4 , in Wasser entsteht unter Ab 
scheidung gallertartiger Kieselsäure eine Lösung 
von Kieselfluorwasserstoffsäure (s. d,), 
H 2 SiF 6 , die in der Zeugdruckerei als Ätzbeize 
an Stelle von Weinsäure und beim Weißsieden 
(Verzinnen) von Messingwaren, wie Stecknadeln, 
Kleiderhaken usw. als Ersatz für Weinsäure be 
nutzt wird. 
Flußspat (Fluorit, frz. Spath-fluor, engl; 
Fluor-spar), ein meist auf Erzgängen und in 
Drusenräumen vorkommendes, aus Fluorkal 
zium bestehendes Mineral, findet sich teils dicht 
Und derb, in weißen oder grauen Massen, teils 
in oft ziemlich großen Kristallwürfeln, die durch 
sichtig wie Glas, farblos, oder verschieden ge 
färbt sein können und im auffallenden Lichte 
oft eine andere Farbe als im durchfallenden 
Lichte zeigen (Fluoreszenz). Die blauen und 
violetten Flußspate werden bisweilen als Halb 
edelsteine, die weniger schönen zur Darstellung 
von Flußsäure sowie als Flußmittel beim 
Ausschmelzen von Metallen aus ihren Erzen be 
nutzt. Von der Eigenschaft, sehr leicht schmelz 
bare Schlacken zu liefern, leiten sich die Namen 
'des Minerals ab. Es stammt hauptsächlich aus 
dem Erzgebirge und dem Harze, England und 
Norwegen. — Zu vergl, Edelsteine. 
Folia ist die lateinische, im Drogenhandel ge 
bräuchliche Benennung für Blätter, die, mit Aus 
nahme der Kirschlorbeerblätter, nur im ge 
trockneten Zustande in den Handel kommen. 
Die wichtigsten sind: Folia aconiti, Eisenhut 
blätter; F. althäeae, Eibischblätter; F. boldo, 
Boldoblätter; F. bucco, Buccoblätter; F. coca, 
Kokablätter; F. digitalis, Fingerhutblätter; F. 
farfarae, Huflattichblätter; F. hyoscyami, Bilsen 
krautblätter; F. lauri, Lorbeerblätter; F. lauro- 
cerasi, Kirschlorbeerblätter; F. nicotianae, Ta 
bakblätter; F. salviae, Salbeiblätter; F. toxi- 
codendri, Giftsumachblätter; F. uvae ursi, Bären 
traubenblätter usw. 
Foral, ein Enthaarungsmittel, besteht aus einem 
Gemisch von je 150/0 Strontiumsulfid, Stron 
tiumsulfat und Kalziumkarbonat mit 45 0/0 Wei 
zenstärke und geringen Mengen Soda und Zink 
oxyd. Der Anwendung des durch seinen Ge 
halt an Schwefelstrontium wirksamen Präpa 
rates steht der unangenehme Geruch nach 
Schwefelwasserstoff entgegen. 
Force, ein als Universalnahrung auf den Markt 
geworfenes amerikanisches Reklameprodukt, 
besaß das Aussehen von Haferflocken und die 
Zusammensetzung und den Geschmack altbacke 
nen Zwiebacks. Größere Verbreitung scheint 
es nicht gefunden zu haben. 
Forelle (frz. Truites, engl. Trouts). Die Fo 
rellen sind dem Lachs (s. d.) nahe verwandte 
Knochenfische aus der Familie der Salmo- 
nidae, die sich durch schöne Färbungen und 
ein vorzüglich schmeckendes nahrhaftes Fleisch 
auszeichnen. Die Anordnung der Flossen stimmt 
mit derjenigen des Lachses völlig überein, doch 
ist der Körper weniger schlank, sondern eher 
etwas plump und gedrungen gebaut. Von den 
zahlreichen Arten seien angeführt: 1. Die Bach 
forelle (Salmo fario) lebt am liebsten in kla 
ren Gebirgswässern und Waldbächen von nied 
riger, nicht sehr wechselnder Temperatur, 
kommt aber auch in größeren Flüssen vor und 
kann sogar in Teichen künstlich gezüchtet wer 
den. Je nach der Färbe des Gewässers wechselt 
das Aussehen der Fische zwischen silberglän 
zend (in hellen Bächen) und braunschwarz (in 
Waldbächen mit moorigem Grunde). Der ganze 
Körper, auch die Flossen, sind mit augenförmi 
gen schwarzen und roten Tüpfeln verziert. Die 
F., die in größeren Flüssen bis zu 1 m lang 
werden kann, in kleinen Bächen aber meist nur 
20 cm erreicht und unter 18 cm überhaupt nicht 
gefangen werden soll, wird als Delikatesse ge 
schätzt und meist hoch bezahlt. Die beständig 
an Ausdehnung gewinnende künstliche Züch 
tung in Teichen oder durch Aussetzen künstlich 
befruchteter Eier in Bäche muß aber mit der 
Zeit ein Sinken der Preise bewirken. Von Fein 
schmeckern wird das derbe Fleisch der Wild 
forellen demjenigen der gezüchteten vorgezogen. 
Die Versendung erfolgt lebend oder geschlachtet 
zwischen grüne Blätter verpackt. 2. Die Rot 
forelle, auch Saibling, Ritter, Salbing, 
Röteli, Schwarzrötel genannt (Salmo sal- 
velinus) ist ein aus Amerika eingeführter Be 
wohner der schottischen, skandinavischen und 
schweizerischen Seen, der bis zu 5 kg schwer 
wird, im übrigen aber der vorigen ähnelt. Als 
Kennzeichen dient ein weißer Saum am vorde 
ren Rande der Brust-, Bauch- und Afterflosse. 
3. Die Regenbogenforelle (Salmo irideus) ist 
durch einen rötlichen Streifen gekennzeichnet, 
der längs der Seitenlinie vom Kopfe bis zum 
Schwänze verläuft. Sie wird wie die vorgenann 
ten wegen ihres vortrefflichen Fleisches ge 
schätzt, ist aber weniger empfindlich und noch 
leichter zu züchten als diese. See- und Meer- 
forelle sind unter „Lachs“ besprochen worden 
Foulards (Fulas, frz, und engl. Foulards) 
nannte man ursprünglich ostindische, buntge 
druckte seidene Hals- und Taschentücher. Jetzt 
bezeichnet der Name Kleiderstoffe aus unge- 
zwirnter Rohseide mit florettseidenem Schuß 
oder auch ganz Seide gewebt, die in ver 
schiedenen Druckmustern, aber auch streifig, 
kariert, einfarbig in französischen, englischen 
und deutschen Seidenfabriken hergestellt werden- 
Formaldehyd (Ameisenaldehyd), ein von 
A. W. Flofmann im Jahre 1867 entdecktes, 
stechend riechendes Gas, FI. CHO, hat in Form 
seiner wäßrigen Lösung als Formalin (Formel, 
Methylaldehyd, lat. Formaldehydum solutum. 
frz. Formaline, Forrnaldühyde, engl. Formal 
dehyd) große technische Bedeutung erlangt 
Zur Darstellung im großen wird ein trockener 
Luftstrom durch Methylalkohol von 50 o/ 0 ge 
saugt, und das Gemenge von Methylalkohol-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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