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Neueste Zeit (Abt. 3)

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Bibliographic data

fullscreen: Neueste Zeit (Abt. 3)

Monograph

Identifikator:
1777655390
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178507
Document type:
Monograph
Author:
Kobatsch, Rudolf http://d-nb.info/gnd/1013687159
Title:
Wirtschaftlichkeitslehre
Place of publication:
Wien
Publisher:
Österr. Staatsdr.
Year of publication:
1928
Scope:
IV, 200 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
8. Die Rationalisierung des Warenvertriebes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

86 FJIAXKKEICH. — Sociale, Gewerbs- und Handelsverhältnisse. 
stand des Elendes bringe und den Fortschritt im Gewerbswesen hemfne, 
zeichnen sich die franz. Industrieerzeugnisse durch die elegantesten For 
men aus, die an Dauerhaftigkeit denen anderer Länder keineswegs 
nachstehen, und wofür gewöhnlich höhere Preise bezahlt werden, als in 
dem noch mit Zunftzwang ausgestatteten Auslande, so dass der Hand 
werker in dem gewerbfreien Frankreich eines bessern Lohnes sich er 
freut, als in Deutschland. Lnd wenn es richtig ist, dass viele der vor 
züglichsten Arbeiter in Frankreich (Meister und Gehülfen) Deutsche 
sind, so spricht auch dieser Umstand gerade für die franz. Einrichtung, 
unter der jene Icente ihre Kunst und ihren Fleiss mit besserm Erfolge 
zur Geltung bringen können, als unter den beengenden Zunft- und Nie 
derlassungsverhältnissen ihrer eigenen Heimath. Die Consumenten ge 
winnen ohnehin bei der freien Concurrenz. 
Das Princip der freien gewerblichen Bewegung ist im Allgemeinen 
in allen Zweigen consequent durchgeführt, sonach nicht blos in einzel 
nen Richtungen nach bureaucratischem Ermessen durch persönliche Con- 
cessionen gestattet, in anderen unbedingt versagt (wodurch ein Theil der 
Bevölkerung diesem oder jenem Ernährungszweige in unnatürlicher 
Weise zugetrieben wird). Darnach sehen wir in dieser Beziehung eine 
gesunde, naturgemässe Entwicklung. Dabei ergibt sich auch die sehr 
beachtenswerthe Erscheinung, dass, während man in Ländern mit dem 
Principe der Beschränkung ungemein klagt über Uebervölkcrung, Ueber- 
setztsein der Handwerke u. dgl., — gerade in Frankreich, bei völliger 
Unbeschränktheit, die Zunahme der Bevölkerung geringer ist als in 
irgend einem andern grösseren Staate. Von 1821—51 (Zeit der ärgsten 
Klagen) betrug die Bevölkerungszunahme im Durchschnitte jährlich : 
in Frankreich . 0,5S2 Proc. ¡ in Oesterreich etwa 0,S Proc. 
- England . . 1,646 - - Russland - 0,6 
- Preussen . . 1,563 - | 
Die unbedingte Theilbarkeit des Grundeigenthums hat 
zur Verbesserung der Agriculturverhältnisse mächtig beigetragen. Gerade 
diejenigen Gegenden, wie die Seine-, Rhein- und Nord-Departemente, 
in denen die Gütertheilbarkcit am meisten durchgeführt ist, sind die 
bestangebauten, reichsten und cultivirtesten im ganzen Lande. 
Die Gesammtresultate würden noch ungleich günstiger sein, wenn 
nicht manche andere Verhältnisse hemmend ein wirkten. Obwol nemlich 
das Princip freier gewerblicher Bewegung feststeht, wurden doch Be 
schränkungen im Einzelnen eingeführt. So sind Buchdruckereien und 
Buchhandel aus politischen, Apotheken aus sanitätspolizeilichen Rück 
sichten concessionspflichtig. Ebenso findet sich die Gütertheilbarkeit 
wenigstens in Einzelfällen durch die (von Napoleon I. wieder eingeführ 
ten) Majorate beschränkt, hie und da überdies noch durch das Herkom 
men (z. B. in manchen Gegenden des Westens und Südens, die sich 
aber auch gerade durch geringe Production unvortheilhaft auszeichnen). 
Es gibt zudem Beschränkungen aus fiscalischen Gründen ; so ist der Ta 
baksbau nicht jedem Landwirthe, ja er ist nicht einmal in jedem Depar- 
temente gestattet, damit der Ertrag des Tabakmonopols nicht gefährdet 
werde. (Nur in 15 Departementen darf Tabak gebaut werden, und jeder 
Landwirth unterliegt dabei noch besondern Beschränkungen.) — Im
	        

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Procedures in Employment Psychology. Shaw, 1926.
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