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Sittlichkeit in Ziffern?

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Bibliographic data

fullscreen: Sittlichkeit in Ziffern?

Monograph

Identifikator:
1779816413
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-167099
Document type:
Monograph
Author:
Michels, Robert http://d-nb.info/gnd/118733737
Title:
Sittlichkeit in Ziffern?
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1928
Scope:
VIII, 229 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Statistische Vorfragen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sittlichkeit in Ziffern?
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Theoretische Vorfragen
  • Zweiter Teil. Statistische Vorfragen
  • Dritter Teil. Kriterien
  • Teil IV. Akzessorische Fragen der moralstatistischen Kausalitäten
  • Schlußbemerkung
  • Index

Full text

22 
Zweiter Teil. 
bei den Mädchen aus den höheren Klassen eben wegen des 
Hinzutretens perturbatorischer Faktoren längst nicht so hoch 
dans une Soci6t&, car tout ce qu'ils ont, c’est de la force; tout ce qu'il 
peuvent vendre, c’est du travail. Ainsi, plus leur nombre seroit petit, plus 
les proprietaires seroient oblig6s de les mönager, Mais ces mömes salarıes 
desirent d’avoir des enfans et de les nourrir; ainsi, en m&me temps que la 
population nuit Aa leur aisance, chacun d’eux met son plus grand bonheur 
A concourir & cette m&me population. ([Jacques Necker] Eloge de Jean- 
Baptiste Colbert, Paris 1773, Brunet, p. 79.) In einer solchen Auffassung 
liegt implicite ein berechtigter Zweifel an dem Zurechtbestehen der Fiktion 
des Homo Oeconomicus. Den anzuzweifeln auch ein moderner führender 
Statistiker wie Corrado Gini sich mit dem Hinweis darauf verpflichtet ge- 
fühlt hat, daß die Bevölkerungsvermehrung, rein ökonomisch betrachtet, 
irrationell sei und ihre Existenz folglich die Auflösung des Gesetzes zu- 
gunsten des Instinktes voraussetze. (Corrado Gini, Problemi di Economia 
politica visti da uno statistico. Annali di Economia, Milano, Universitä 
Bocconi, vol. I, x924—1925, p. 259.) Pareto hält die Tatsache, daß 
die unteren Bevölkerungsklassen eine sehr hohe Geburtenziffer aufweisen, 
die oberen hingegen durch das Streben nach Intakthaltung der Ver- 
mögen zu neomalthusianistischen Methoden greifen und dank dieser eine 
äußerst geringe Geburtenzahl erzielen, für durchaus im sozialen Interesse 
liegend. Denn nur. dadurch werde es ermöglicht, jeweils die herrschende 
Klasse außerstand zu setzen, sich für die obliegenden Funktionen im 
Staatsleben kräftig und zahlreich genug zu erhalten, und sie infolgedessen 
dazu zu zwingen, unter Verzicht auf die alleinige Übernahme der politi- 
schen Erbschaft stets neuen Zuzug aus den unteren Klassen in sich auf- 
zunehmen. Die notwendige und gesunde circulation des 6lites habe 
mithin ihre natürliche Basis in der Knappheit der bürgerlichen Geburten. 
Die Ethiker, welche den oberen Klassen die sittliche Pflicht beibringen 
möchten, möglichst viele Kinder zu erzeugen, arbeiteten deshalb nur auf das 
falsche Ziel der Dekadenz hin; denn, wenn die Natalität in der Bour- 
geoisie einen hohen Stand erreichen würde, so würde damit nur eine große 
Zahl durch den Reichtum künstlich am Leben zu Erhaltender geschaffen 
und auf diese Weise der Aufstieg der Elite aus den unteren Klassen er- 
schwert. Da, auf der anderen Seite, in diesem Falle die ärmeren Klassen 
nicht mehr durch Aufwand von Kraft und Energie in die oberen hinein- 
gelangen könnten, so müßten sie verkümmern. Somit würde sich das 
Durchschnittsmaß der Menschheit im Falle der Erreichung des Ideals der 
Antineomalthusianer zweifellos verschlechtern. (Vilfredo Pareto, I si- 
stemi socialisti, Milano, Istituto Editoriale Scientifico, vol. I, p. 32.) 
Die Eugenetiker dagegen halten den Neomalthusianern vor, daß ihre 
Propaganda in 35 Jahren zwar die oberen Klassen immer noch mehr zur
	        

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Sittlichkeit in Ziffern? Duncker & Humblot, 1928.
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