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Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1779855281
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164105
Document type:
Monograph
Author:
Mahlberg, Walter http://d-nb.info/gnd/101605218
Title:
Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Gloeckner
Year of publication:
1928
Scope:
VI, 122 S.
graph. Darst
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

d) Die Besonderheit des durch Tributzahlung entstehenden Passiv 
saldos unserer Zahlungsbilanz®*). 
Wenn wir die früher festgestellte Unmöglichkeit des Ausgleichs vom Zahlungs- 
bilanzsalden. noch einmal zusammenfassen, so können wir folgendes sagen: Wie 
im inländischen Verkehr die Wirtschaftszellen oder -betriebe ihre Leistungen 
gegeneinander austauschen, so ist es auch international. Leistungen deutscher 
Betriebe werden an das Ausland abgegeben und das Ausland liefert uns Leistungen 
seiner Betriebe in Form von Gütern oder Dienstleistungen. Auch internationak 
können genau wie im Inland endgültig Leistungen nur mit Leistungen bezahlt 
werden. Wenn eine Partei des internationalen Tauschverkehrs, also ein einzelnes 
Land, mehr an das Ausland leistet als es empfängt, so ist die Mehrleistang nicht 
mehr ausgleichbar, sie muß unausgeglichen als Forderung an die Empfangsländer 
einstweilen stehen bleiben, sie wird Kapitalinvestierung des einen Landes im 
anderen Lande, ob das Überschußland dies will oder nicht will. Es ist derselbe 
Vorgang, wie er im Inland zu beobachten ist: wer den Gegenwert seiner an den 
Markt verkauften Leistungen nicht wieder voll in der nächsten Wirtschaftsperiode 
für sich als Aufwand einsetzt, wird mit seinem Überschuß, ob er will oder nicht will, 
in irgendeinem anderen Betriebe investiert. Sein „erspartes Einkommen“ wird 
irgendwo investiertes Kapital. Hier wie im ausländischen Verkehr kann der 
einzelne sich wieder aus der Anlage zurückziehen, aber die Gesamtheit aller 
kann dies in beiden Fällen nicht. 
Die juristische und handelstechnische Form der Kapitalinvestierung im Aus- 
land ist doppelter Art. Entweder ist das ins Ausland überführte Kapital lang- 
fristig investiert in Beteiligungen, Grundstücksbeleihungen und -erwerbungen, durch 
Besitz von Aktienpaketen u, ä. Die Kapitalschuld an die Empfangsländer ist 
dann aus dem Geld-, Devisen- und Kapitalmarkt herausgenommen, die Kapital- 
investierung im Ausland ist endgültig bzw. auf längere Zeit konsolidiert. Oder 
die Investierung des ins Ausland überführten Kapitals ist noch nicht konsolidiert. 
Die Ansprüche der Einwohner des Landes, welche das Kapital exportiert haben, 
haben noch die Form kurzfristiger Kreditgewährung, sie schwimmen noch als 
Wechsel-, Lombard- oder Kontokorrentforderungen. im Markt, sie sind noch flot- 
santes Material am engeren Devisen- und Geldmarkt, Aber trotz dieser kurz- 
fristigen Form handelt es sich materiell um eine Daueranlage, um 
langfristige Investierung, denn einmal gepumpt, bleibt gepumpt, ein Zurückholen der 
Kapitalbeträge aus den Schuldner-Ländern ist solange unmöglich, als von dort aus 
keine Mehrleistungen erfolgen. 
Formal ist es eine ähnliche Situation, als wenn kurzfristige Bank- usw. 
Kredite „eingefroren‘“ sind, wie man seit einiger Zeit sagt, oder als wenn man 
Fabrikanlagen auf Wechselakzepte baut, die nolens volens immer wieder prolon- 
ziert werden müssen, da sich die Fabrikanlage nicht zurückverflüssigen läßt, Aber 
materiell liegt hier ein großer Unterschied vor. Das Kriterium für den Begriff des 
eingefrorenen Kredits ist im wesentlichen die — temporär oder für immer 
1) Als allgemeine Quelle über Einzelheiten der Reparations-Verpflichtungen siehe Ernst 
Meier, Handbuch der deutschen Reparationen, Deichertsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 
19272.
	        

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Tote Und Lebendige Wissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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