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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Die Tatsachen der Sympathie. 
101 
Grunde den kleinen Mann mit Geringschägung und Feindseligkeit, indem 
er seinen Herrn darin weit überbietet. Ebenso teilen Kinder von früh an 
die Ab- und Zuneigungen ihrer Eltern, Hunde diejenigen ihrer Herren. 
Der Mechanismus der Übertragung ist am einleuchtendsten beim unmittelbaren 
leiblichen Kontakt. In dieser Weise erlebt das Pferd die innere Verfassung seines 
Reiters und wird von seiner Sicherheit oder Unsicherheit beeinflußt. Lehrreich ist 
der folgende Vorfall, den mir ein Arzt erzählte. Ein Nahrungsmittel für seinen 
Säugling war ausgegangen. Es wurde ersegt durch ein Präparat, das genau ebenso 
beschaffen war und daher genau ebenso wirken mußte. Als die Mutter dann dem 
Säugling auf ihrem Arm die Speise anbot, verweigerte dieser die Annahme. Als der 
Vater darauf seinerseits das nämliche tat, nahm er die Nahrung an. Die Unruhe der 
Mutter, die den Ersag nicht für vollwertig hielt, hatte sich ihm ebenso mitgeteilt 
wie die Ruhe des Vaters, der über diesen Punkt völlig beruhigt war. — Bei 
vielen Naturvölkern werden bekanntlich die Kinder jahrelang von der Mutter auf 
dem Rücken getragen: vermutlich wird dadurch eine Art psychophysischer Kontakt 
zwischen beiden Teilen hergestellt. der dem Kinde zu einem reicheren Miterleben 
verhilft. 
Auch für die ärztliche Kunst ist dieser Kontakt wahrscheinlich von viel größerer 
Bedeutung als durchgängig angenommen wird, wenn wir wenigstens den Ausfüh- 
rungen eines Schweizer Neurologen folgen dürfen. Neben der üblichen wissenschaft- 
lichen Untersuchung gibt es danach noch den zweiten Weg der Einfühlung. Diese 
beruht auf einer besonders feinen Empfänglichkeit für die Ausdruckshaltung des 
Patienten, deren soziale Bedeutung noch viel zu wenig gewürdigt und ausgenußt ist: 
es bildet sich ein Rapport zwischen dem Arzt und dem Kranken, so, als ob eine 
Gemütsbewegung vom Kranken zum Arzt hinüberfließt, die eine gewisse Entlastung 
des Patienten und eine entsprechende Belastung des Arztes mit sich bringt. „Tat- 
sache ist, daß beim Arzt (falls ein genügender Grad von Konzentration und Re- 
zeptivität vorhanden ist) ähnliche subjektive Empfindungen und Gefühle wie beim 
Kranken (z. B. Kopf- und Magendruck, depressives Gefühl, Unruhe, Ärger) während 
dieser ersten Phase auftreten können.“ (A. Maeder in der Schweiz. Medizin. 
Wochenschrift. 54. Jahrg., Nr. 21, S. 15.) 
4. Was in dem Vorhergehenden besprochen wurde, ist seinem Wesen 
nach die Wiederholung eines Gefühlszustandes eines Wesens in anderen 
Menschen — also Verdoppelung oder Vervielfältigung eines 
Gefühlszustandes. Sie ist durchaus zu unterscheiden und durch- 
aus verschieden von den später zu besprechenden Regungen des Mitgefühls 
und ebenso auch von denjenigen des Hilfstriebes. Sie braucht auch nicht 
etwa von diesen Regungen begleitet zu sein. Im Gegenteil vermag diese 
Art Teilnahme in starker Ausprägung den Menschen zu lähmen, indem 
sie ihn bis zur Ohnmacht körperlich schwächen kann. Auch empfindet sie 
derjenige, der ihr unterworfen ist, oft nur als lästig und sucht der Ge- 
legenheit dazu aus dem Wege zu gehen. Wohl kann sie unter Umständen 
eine wichtige Stüße für den Willen oder die innere Teilnahme abgeben; 
wohl hat sie große soziale Bedeutung: aber unberührt davon gilt der Sag, 
daß die Verdoppelung eines Gefühls an sich sittlich belanglos ist. 
5. Die soziale Bedeutung der Gefühlsüibertragung beruht
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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