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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die Gruppe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

379 
Bresche-Treten neben der vorsichtig bemessenen Hilfe an Geld und Kraft 
ist, die Tausende und Tausende von wohlhabenden Frauen leisten! Es 
besteht überhaupt, darauf stößt man immer wieder, ein Maß von un- 
organisierter Hilfe, ohne das überhaupt nicht zu begreifen wäre, wie die 
Menschen durchkommen.‘“ Die Geschichte des vierten Standes ist übri- 
gens ohne eine solche Solidarität gar nicht denkbar; die Organisationen, 
die er sich schuf, die Kämpfe, die er führte, die Verbesserungen, die er 
sich errang, sie alle segen ein hohes Maß gegenseitiger Hingabe und 
Förderungsbereitschaft voraus. Angehörige dieses Standes haben ihm 
daher eine besondere Befähigung nachgerühmt, den sittlichen Anforde- 
rungen unseres Krieges zu genügen: „Gewiß löst der Krieg neben allen 
seinen Greueln viel Opfermut, Hingabe, Treue und Tapferkeit aus. Ich 
muß indessen darauf verweisen, daß die Arbeiterklasse in ihrem Kampfe 
um bessere Lebensbedingungen gerade diese Eigenschaften sehr oft zu 
wahrer Größe entwickelt hat. Ihre Hingabe an den proletarischen Be- 
freiungskampf, ihr tapferes treues Ausharren und ihre Opferwilligkeit 
für die gemeinsame Sache sind viel zu bekannt, als daß sie besonders 
hervorgehoben zu werden brauchten.“ 
Das Soldatenleben im Felde ist natürlich ohne ein Höchstmaß von 
Solidarität nicht denkbar. Ihre Hauptträger waren im legten Kriege 
durchweg kleine Gruppen von vielleicht drei bis acht Personen, gelegent- 
lich auch von etwas größerem Umfang. Hier erwies man sich gegenseitig 
Dienste im Holen der Nahrung und des Wassers, im Abgeben von Muni- 
tion, im Herrichten der Unterstände und sonstigen Wohnungen, nach 
Möglichkeit auch in der gegenseitigen Hilfe bei Verwundungen und Un- 
fällen, endlich in der Benachrichtigung der Angehörigen des derartig 
Betroffenen. — Für die größere Einheit der Kompanie sei hier folgende 
Schilderung eines Teilnehmers eingefügt, die auch nach der Seite der 
Werturteile den Sachverhalt vortrefflich wiedergibt (Christliche Welt 
1915, Bd. 29, Sp. 401): „Für den Soldaten gibt es keine andere Gemein- 
schaft als das Heer; in seiner Kompanie erfüllt sich ihm, was er als 
Leistung zu vollbringen und als Mensch zu genießen hat. Die Kamerad- 
schaft ist das ausschlaggebende Gemeinschaftsgefühl. Dieses Gefühl ist 
nun nicht so ideal zu fassen, wie Traub es zu unserer Erbauung in seinen 
‚Eisernen Blättern‘ herrlich dargestellt hat. Im Grunde ist diese Zu- 
sammengehörigkeit der instinktive Rassentrieb, der in der Gefahr An- 
schluß an andere sucht. Hier wird der primitive Sozialgeist wirksam, der 
Individuum und Persönlichkeit verschlingt. Die Einzelnen ketten sich in 
der Gefahr zusammen, sie rotten sich um ihre Offiziere. Sie glauben an 
ihren Leutnant, und der Offizier kettet sich psychisch ganz ähnlich mit 
seinen Leuten zusammen; trogdem er Führer ist, hängt er von ihnen 
ab.“ (Man vergleiche zu dieser Charakteristik des Gruppengeistes unsere 
Gegenseitige Hilfsbereitschaft.
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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