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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Der Instinkt des Selbstgefühles. 
27 
den Knaben mit Stolz über die männliche Straffheit seiner Existenz‘“1}). 
Ebenso gehört wahrscheinlich auch der außerordentliche Stolz, den kleine 
Kinder zeigen bei den ersten erfolgreichen Versuchen sich aufzurichten 
oder zu gehen, in der Hauptsache hierher. Freilich tritt hier überall schon 
früh eine soziale Komponente hinzu. Bei allen starken Bewegungen, 
Kraftentfaltungen, Überwindungen physischer Schwierigkeiten, auch wohl 
bei dem Ertragen starker Sinneseindrücke und sonstiger Reize wie der 
Rauschmittel bleibt dieses elementare Motiv neben dem sozialen dauernd 
wirksam. An Bedeutung vermag sich die außersoziale Form mit der 
sozialen freilich in keiner Weise zu messen: die bloße Freude am Können 
bringt, wie die tägliche Erfahrung zeigt, den Menschen lange nicht soweit 
wie die Rücksicht auf die Anerkennung seiner Mitmenschen. 
Einbesonders dankbares Objekt bildet auch für diesen 
Trieb der Mensch, weil bei ihm der Kreis der Möglichkeiten am 
größten ist und der Erfolg sich am meisten aufdrängt und besonders ge- 
würzt wird durch den Gegensag des erzwungenen Verhaltens gegenüber 
der sonstigen Selbständigkeit und Freiheit des Menschen. Es kann 
dieser Machttrieb sich damit begnügen, das äußere Verhalten der Men- 
schen zu bestimmen. Tiefer greift er aber, wenn er den fremden Willen 
selbst brechen oder überhaupt beherrschen will. Hier ist das Triumph- 
gefühl so viel größer als im vorigen Fall, weil es durch das Bewußtsein 
des überwundenen Widerstandes und des Sieges gesteigert wird. Aber 
auch hier handelt es sich wiederum um äußere Macht im GegensaBß zur 
inneren, solange eben nur die tatsächliche Beherrschung im Sinne der 
Furchterregung und nicht zugleich eine Respektierung angestrebt wird. 
Die äußere Macht richtet sich eben nur auf das Objekt als solches, d. h. 
als bloßen Gegenstand einer Verfügungsmöglichkeit. Nur die innere 
Macht richtet sich zugleich auch auf den „Zuschauer“ im beherrschten 
Objekte selbst, sofern sie von diesem anerkannt und bewundert sein 
will. Dort herrscht ein Gegenstand über einen anderen. hier die 
Seele über die Seele. 
Die trog aller Verschiedenheit bestehende äußere Ähnlichkeit beider Haltungen 
bringt Müller-Freienfels (Grundzüge einer Lebenspsychologie, Bd.I, S. 112) zum 
Ausdruck, indem er beide zu den Trieben der Lebenssteigerung rechnet, und zwar den 
biologischen Trieb zu denen der direkten, den sozialen zu denen der indirekten 
Lebenssteigerung. Nur daß eben die Bereiche dieser Steigerung zwei verschiedenen 
Welten angehören: der eine der Welt des äußeren, physischen Geschehens, der 
andere der Welt derjenigen Güter, die ihr Dasein im Bewußtsein der Mitmenschen 
besiten. 
2. Wir wenden uns damit der Aufgabe zu, das Wesen des (sozialen) 
Selbstzefühls zu kennzeichnen. Unter der Herrschaft dieses Triebes. 
‘) Loge. Mikrokosmus. 5. Buch. 2. Kap. Ahbschn. ..Vom Put und Schmuck“
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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