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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die Gruppe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Die Bedeutung des objektiven Geistes. 
419 
sten Einflüssen bestimmt sich dieses Vorzuges nicht zu rühmen vermag. Im Bereich 
der modernen Kultur oder allgemeiner gesagt da, wo patriarchalische Verhältnisse 
aufgehört haben, vermag ferner der lebendige Mensch den Unterordnungstrieb nie 
in 80 vollkommener Form in Bewegung zu seen wie sachliche Anforderungen und 
Interessen. Ein bestimmtes Ziel unternehmerischer Tätigkeit z. B. oder der Geist 
eines Unterrichtssystems oder ein Inbegriff politischer Aufgaben, der aus einer be- 
stimmten Situation erwächst, alle diese sachlichen Situationen vermögen sich auch 
starken persönlichen Widerständen gegenüber auf die Dauer durchzusegen. Ständen 
an ihrer Stelle Personen mit persönlichen Forderungen anderen Menschen gegenüber, 
so wäre der Ausgang zweifelhaft: Menschen können sich erweichen, von ihren ur- 
sprünglichen Absichten abbringen lassen, weil der Mensch zu vielseitig ist, um ledig- 
lich Träger eines einzigen Zwecksystems zu sein. Die sachlichen Forderungen sind 
aber gerade vermöge ihrer Einseitigkeit auf einer bestimmten Stufe der Kultur um 
so viel‘ unerbittlicher. Die moderne Kultur unterscheidet sich auch in dieser Be- 
ziehung einschneidend von ‚, patriarchalischen Verhältnissen tieferer Kulturstufen. 
Dort sind die persönlichen Beweggründe gegenüber den ‚sachlichen Forderungen ver- 
hältnismäßig viel stärker, und damit ist der persönlichen Beeinflussung ein viel 
weiterer Spielraum gelassen. 
Ebenso vermögen die unpersönlichen Gebilde auch die Funktionen der Fixie- 
rung und der Verdichtung vollkommener auszuüben als überpersönliche Ge- 
bilde, weil sie über die räumlichen und zeitlichen Schranken des Individuums er- 
haben sind. Symbole, Gesege und Institutionen überdauern den einzelnen Menschen 
und sind zum Teil auch einer räumlichen Ausbreitung zugängig, die ihnen unverhältnis- 
mäßig größere Möglichkeiten der Entwicklung erschließt. Diese Überlegenheit er- 
möglicht es ihnen auch, in viel höherem Umfange auf die Gesellschaft zu wirken, als 
es dem einzelnen Menschen möglich wäre. Ein Reformator, der auf seine Persönlich- 
keit beschränkt ist, vermag nur in deren unmittelbarem Umkreise zu wirken. Mit 
seinem Tode erlischt seine Bedeutung in der Hauptsache oder wird nur durch einen 
kleinen Kreis persönlicher Schüler in vermindertem Maße weiter ausgedehnt. Anders 
wenn es ihm gelingt, seine schöpferische Tätigkeit zu objektivieren: die festen Formen 
in Gestalt von Institutionen und Gesegen überdauern ihn. Die unbegrenzte Wirkungs- 
möglichkeit der großen Kunstwerke beruht ebenfalls hierauf. Wollte der Künstler 
seine großen Erlebnisse lediglich durch die Ausdrucksmittel der Sprache mündlich 
mitteilen, so würde seine Wirkung, selbst wenn es ihm gelänge im Augenblick die 
gleiche Tiefe des Eindruckes zu erzielen, rasch erlöschen. So aber hat die Menschheit 
in der Kunst bestimmte Formen gefunden, in der große Erlebnisse so objektiviert 
werden können, daß sie in dem empfänglichen Betrachter immer aufs neue wieder 
wenn auch in abgeschwächter und modifizierter Form zum Leben erwachen können. 
Literatur: Behandelt ist unser Problem bisher nur für zwei Teilgebiete, für 
die Technik und die Sprache. a) Ernst Knapp, Grundlinien einer Philosophie der 
Technik, Braunschweig 1877. — Ludwig Noir, Das Werkzeug und seine Be- 
deutung für die Entwicklungsgeschichte der Menschheit, Mainz 1880. bh) Ludwig 
Noire, Ursprung der Sprache. — Derselbe, Logos. Ursprung und Wesen der 
Begriffe, Leipzig 1885. Lehrreich ist bei diesen älteren Versuchen sich die Funk- 
iionen der Sprache und des Wortes klarzumachen das mühsame Ringen und Tasten 
der Gedanken: mit der größten Umständlichkeit werden hier Gedanken mehr an- 
gedeutet als klar vorgetragen, die wir heute in wenigen Sägen zusammenzufassen 
vermögen, weil wir über vollkommenere Denk- und Ausdrucksmittel auf diesem Ge- 
biete verfügen. Der Sachverhalt bildet somit selbst ein lehrreiches Beispiel für die 
geistige Leistungsfähigkeit glücklich geschaffener Worte und Begriffe.
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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