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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine Wirtschaftsgeographie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

‚6 
ERSTER TEIL: GEOGRAPHISCHE GÜTERLEHRE 
Der Hauptabnehmer der auf den Weltmarkt gebrachten Kakao- 
menge ist die Union, die in den letzten Jahren mehr als ein Drittel 
der Gesamternte bezog. An zweiter Stelle stehen Deutschland 
und England. In Deutschland hat der Kakaogenuß in der letzten 
Zeit erheblich zugenommen. In den Jahren 1886 bis 1890 betrug 
der jährliche Kakaoverbrauch auf den Kopf der Bevölkerung 100 g, 
i.J. 1912: 810g, 1921: 1,6 kg, um 1924 wieder auf 1.4kg und 1926 
auf rund 1kg zu sinken. Während früher unser Hauptbezugsland für 
Kakao Ecuador war, ist jetzt Britisch-Westafrika an seine Stelle ge- 
treten, das 1927 fast drei Viertel unseres Bedarfes deckte. Auch 
Holland, Frankreich und die Schweiz sind wichtige Käufer. Eine 
Berechnung des Verbrauchs für den Kopf der Bevölkerung ergibt die 
größten Zahlen für die Niederlande (1926: 6,4 kg), doch erzeugt die 
holländische Kakaoindustrie vor allem Kakaopulver und Kakaobutter 
ür die Ausfuhr. 
TEE 
Während Kaffee und Kakao Bewohner der eigentlichen Tropen 
sind, ist der Tee ein echter Sohn der Monsunländer, die seine 
<limatischen Ansprüche am besten erfüllen. 
Hinsichtlich der Wärmeverhältnisse ist die Teepflanze nicht sehr anspruchs- 
voll und verträgt sogar Temperaturen unter Null. Dagegen verlangt sie nicht 
aur reichliche (im Jahresmittel nicht unter 2000 mm) und möglichst gleich- 
mäßig über das ganze Jahr verteilte Niederschläge, sondern auch hohe Luft- 
leuchtigkeit. Andrerseits kann sie stehendes Grundwasser nicht vertragen, da- 
her ist hügeliges Gelände zu ihrer Kultur am besten geeignet. Der Boden muß 
locker, durchlässig und tiefgründig sein, Kalkboden ist für den Teebau nicht 
geeignet. Die mühevolle Arbeit erheischende Teekultur hat, um lohnend zu 
sein, billige Arbeitskräfte, also eine dichte, wenig anspruchsvolle Bevölkerung 
zur Voraussetzung. 
Fast den gesamten auf den Weltmarkt kommenden Tee liefern 
{ndien und Java, China und Japan. Während aber in Ostasien 
Teekultur und Teegenuß uralt sind und der Teestrauch schon i. J. 
2700 v. Chr. urkundlich erwähnt wird, sind die Plantagen Indiens, 
die erst von den Engländern angelegt wurden, noch nicht hundert 
Jahre alt. Nach Europa wurde der erste Tee durch Schiffe der Hol- 
ländisch-Indischen Kompagnie um die Mitte des 17. Jahrhunderts ein- 
geführt. — In China wird der Tee überall zwischen dem 22. und 
31. Breitenkreis gebaut, also in den südlichen und mittleren Pro- 
vinzen. Der Schwerpunkt der Erzeugung liegt um Hankau am 
Jangtsekiang. Die wichtigsten Verschiffungshäfen sind Hankau, Schang- 
hai und im Süden Kanton, dessen Ausfuhr aber über Hongkong 
geht. — In Japan ist die Teekultur im mittleren Teil der Insel Nip- 
pon, vor allem im Bezirk Schitsuoka westlich von Tokio verbreitet und 
reicht bis an die nördliche Grenze der Monsunzone, d. h. bis wenig 
nördlich der Hauptstadt. Die feinsten Sorten werden aber auf der 
insel Formosa erzeugt. 
Die anfänglichen Versuche, chinesische Teesträucher in Vorderindien 
anzupflanzen, mißlangen. Erst als man in Indien wildwachsende, also 
ainheimische Sorten zur Kultur heranzog, konnte sich der indische
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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