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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine Wirtschaftsgeographie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

106 ERSTER TEIL: GEOGRAPHISCHE GÜTERLEHRE 
Mehr als drei Viertel der Kopra liefern Südostasien, vor allem Hinter- 
indien, Niederländisch-Indien und die Philippinen; außerdem ist sie für 
viele ozeanische Inseln das Hauptausfuhrgut. — Kopra und Palmkerne 
werden in den europäischen Fabriken zu Öl verarbeitet. Die feinsten 
Sorten kommen als Speiseöl in den Handel, der größere Teil aber wird 
zu vorzüglichen Speisefetten (Palmin) und in der Seifen-, Kerzen- und 
Parfümindustrie verwandt. Frankreich und Deutschland brauchten 
bisher den größten Teil des Rohmaterials. Während des Krieges hat 
3ich auch die Ölindustrie Englands stark vergrößert. 
Das Palmöl, daneben auch das Öl der Erdnuß, für die ebenfalls 
die Guineaküste ein Hauptexportgebiet ist, haben das Olivenöl auf 
dem Weltmarkt sehr stark zurückgedrängt. Dieses wird aus den 
Früchten des Ölbaums gewonnen, der für alle küstennahen Länder 
des Mittelländischen Meeres eine Charakterpflanze ist. Der Markt der 
südeuropäischen Länder wurde noch mehr eingeengt, seitdem der Oliven- 
anbau in den mit mediterranem Klima ausgestatteten Staaten der Union. 
in Kalifornien und Arizona, große Ausdehnung angenommen hat. 
KAUTSCHUK 
Der Kautschuk verdankt seine Bedeutung besonders der Ent- 
wicklung des modernen Verkehrs; denn die schnelle Steigerung seines 
Bedarfs hängt vor allem zusammen mit der zunehmenden Verwendung 
des Fahrrades und des Automobils und mit der Ausbreitung des Kabel- 
und Telegraphennetzes über die Erde. 
Kautschuk ist der durch Eindickung erstarrte Milchsaft verschiedener 
Pflanzen, namentlich kommen baumartige Wolismilchgewächse, verschiedene Fei- 
genarten und einige Schlinggewächse (Gummilianen) für die Gewinnung in Be- 
bracht. Alle sind echte Bewohner der Tropen. Man gewinnt den Saft durch 
Einschnitte in die Rinde der Pflanzen. Der an den Wunden ausquellende 
Milchsaft fließt in das am unteren Ende des Schnittes angebrachte Gefäß, 
Sind die Schnitte nicht zu tief und zu lang, so vernarben sie wieder, und der 
Baum kann nach einiger Zeit von neuem angezapft werden. Die in den Ur- 
wäldern Brasiliens arbeitenden Kautschuksammler haben aber häufig, um mög- 
lichst viel Kautschuk in kurzer Zeit zu gewinnen, so starke Schnitte angebracht, 
daß die Bäume eingingen; oft wurden auch die Bäume zur bequemeren Aus- 
beute ganz umgeschlagen. 
Die Folge der rücksichtslosen Raubwirtschaft war ein schneller 
Rückgang der wildwachsenden Kautschukbestände in den von dem 
Sammelbetrieb erreichbaren Gebieten. Da aber gleichzeitig der Welt- 
bedarf ganz außerordentlich stieg, ist man schon früh zur Anlegung 
von Kautschukpflanzungen geschritten. Zuerst (schon 1864) be- 
gannen damit die Niederländer auf Java, Borneo und Sumatra. In 
großzügiger Weise wurde darauf die Kautschukkultur von den Eng- 
ländern in Angriff genommen, die heute ungeheure Pflanzungen auf 
der Halbinsel Malakka, im südlichen Vorderindien und auf Ceylon 
besitzen. Den unmittelbaren Anlaß dazu boten neben dem steigenden 
Bedarf an Gummi die Schwierigkeiten, in die zahlreiche Tee- und 
Kaffeepflanzer dieser Gebiete infolge der die Plantagen häufig befallen- 
den Blattkrankheiten und infolge der aufkommenden Konkurrenz des 
billigen brasilianischen Kaffees gerieten. Auch in den Kolonien des
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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