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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine politische Erdkunde
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

GEOGRAPHISCHE STAATENKUNDE 
daher politisch und wirtschaftlich unselbständiger Inseln hinzutreten. 
Solche sind Norwegen, Rußland, Persien, Siam, Brasilien. 
Mehrteilige Staaten bestehen aus mehreren räumlich getrennten 
Landgebieten, von denen jedes vermöge seiner Größe und Bedeutung 
ne gewisse Selbständigkeit besitzt. Von Natur aus mehrteilig sind 
reine Inselstaaten. Solche gibt es, von unbedeutenden Ausnahmen 
abgesehen, nicht mehr. Sie waren auch früher selten und von geringer 
Bedeutung. Denn jedem Staate ist das Bedürfnis nach räumlicher Er- 
weiterung eigen, und eine solche gestattet in größerem Maße nur das 
Festland. Gerade die beiden ehemaligen Inselstaaten, die es allein 
zur Stellung von Großmächten gebracht haben, England und Japan, 
beweisen das aufs deutlichste. 
England hat schon in der Mitte des 12. Jahrhunderts auf das europäische 
Festland übergegriffen und um seine Besitzansprüche in Frankreich dreihundert 
Jahre lang gekämpft. Dann hat es nach und nach in allen Erdteilen große 
Gebiete erworben, so daß heute der kontinentale Besitz des englischen Welt- 
veiches viel größer ist als der insulare, und während und nach dem Kriege hat 
ss mehrfach den Versuch gemacht, sogar in Nordeuropa wieder Fuß zu fassen. 
Japan hat den entscheidenden Schritt zur Festlandsmacht durch die Besitz- 
aahme von Korea getan, und zum eisernen Bestand seiner gegenwärtigen Außen- 
politik gehört das Bestreben, seine Hoheit auch über die Mandschurei und auf 
Teile Sibiriens auszudehnen. 
Zu den mehrteiligen Staaten gehören auch die meisten Halb- 
inselstaaten, wie Dänemark, Griechenland, Italien, ‚die aus einem 
lestländischen Hauptteil und mehreren größeren Inseln bestehen. 
Die dritte Form der mehrteiligen Staaten bilden diejenigen, bei 
denen die einzelnen Teile nicht durch Meer, sondern durch andere 
Landteile voneinander getrennt werden, die mehrteili gen Land- 
3taaten (Abb. 183, 184, 187). Auch diese verschwinden jedoch wie 
die reinen Inselstaaten mehr und mehr. Denn in ihrer Zerstückelung 
liegen große Nachteile, die, abgesehen von der Umständlichkeit der 
Verwaltung und der Erschwerung des gesamten wirtschaftlichen Ver- 
kehrs, vor allem ‚durch die Schwierigkeit der Landesverteidigung 
gegeben sind. 
Aus der Vergangenheit seien als bekannteste Typen solcher Staaten das 
habsburgische Spanien und die zahlreichen Kleinstaaten des früheren Deutsch- 
land genannt. Bis in unsere Tage lebte jene Staatsform in gewisser Weise 
in den thüringischen Staaten weiter, von denen aber die meisten bei der 
Neuordnung nach dem Kriege zu einem einheitlichen Staatswesen, zu einem 
sinfachen Staate, sich zusammenschlossen. Preußen hatte bis 1866 im Rhein- 
land eine große Exklave und hat nach dem Verlust des Polnischen Korridors 
in Ostpreußen wieder eine solche erhalten. Ein bemerkenswertes Beispiel eines 
mehrteiligen Kontinentalstaates besteht gegenwärtig noch in den Vereinigten 
Staaten, die auf dem amerikanischen Festland außer dem Hauptland noch 
las Territorium von Alaska und die kleine mittelamerikanische Exklave der 
Danamazone besitzen. 
Eine besondere Abart der mehrteiligen Staaten sind die Kolonial- 
staaten, d.h. die Staaten mit überseeischem Besitz. Sie unter- 
scheiden sich von den anderen dadurch, daß ihre Teile politisch nicht 
gleichwertig sind, indem sich die überseeischen Gebiete in Abhängig- 
keit vom Stammland befinden. Dies ist das Herrenland, jene die 
222
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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