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Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

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Bibliographic data

fullscreen: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

Monograph

Identifikator:
1811126022
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-195283
Document type:
Monograph
Title:
Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Mittler
Year of publication:
1929
Scope:
VII, 137 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung: Die Gebietsveränderungen und ihre wirtschaftlichen Folgen
  • Teil I. Produktion und Absatz
  • Teil II. Betriebsergebnisse und öffentliche Lasten
  • Teil III. Vermögen und Verschuldung
  • Teil IV. Abhilfemaßnahmen
  • Schlußbemerkung

Full text

J9 
die Provinzen übergingen, nur verhältnismäßig wenige solcher Straßen vorhanden, 
die auch keineswegs alle Teile der Provinz gleichmäßig erschlossen. Die ost- 
preußischen Provinzialstraßen umfassen aber auch heute noch lediglich die damals 
übernommenen Staatsstraßen, da alle seither in Ostpreußen gebauten Straßen als 
Kreisstraßen angelegt wurden, wobei allerdings die Provinz den Kreisen mit Rück- 
sicht auf ihre geringe Leistungsfähigkeit höhere Zuschüsse als alle anderen preu- 
ßischen Provinzen gewährte. Diese Provinzen waren in der günstigen Lage, schon 
1875 vom Staate mehr Straßen übernehmen zu können, und außerdem waren dort 
die Verhältnisse im Straßenwesen vielfach derart .geregelt, daß auch ein großer 
Teil der später erbauten Straßen als Provinzialstraßen in das Straßennetz ein- 
gefügt wurde. Ostpreußen ist dagegen diejenige Provinz geblieben, die den ge- 
ringsten Anteil der Provinzialstraßen am gesamten Straßennetz aufweist, und 
28 gibt in Ostpreußen zahlreiche Kreisstraßen, die ihrer Verkehrsbedeutung nach 
manchen Provinzialstraßen gleichkommen und in anderen Provinzen jedenfalls 
Provinzialstraßen wären. Diese stark belasteten Kreisstraßen, die ebenfalls als 
Hauptstraßen der Provinz anzusehen sind, wurden nun bei Verteilung der Kraft- 
[ahrzeugsteuer auf die Provinzen unberücksichtigt gelassen, da eben lediglich 
Provinzialstraßen mit ihrer in Ostpreußen so geringen Länge in Anrechnung 
kamen. Eine weitere Schmälerung des Anteils der Provinz Ostpreußen an der 
Kraftfahrzeugsteuer ergab sich dadurch, daß von der gesamten auf Preußen ent- 
fallenden Kraftfahrzeugsteuer ein sehr bedeutender Teil als Voraus den westlichen 
Provinzen zugeführt wurde, um diese für die Mehrbeanspruchung ihrer Straßen 
lurch die fremden Besatzungstruppen zu entschädigen. Ostpreußen mußte es bitter 
empfinden, daß die noch stärkere besondere Inanspruchnahme seiner Straßen im 
Kriege nicht ebenfalls dazu führte, diese vom Kriege so schwer heimgesuchte 
und durch den Friedensschluß am stärksten benachteiligte Provinz bevorzugt 
an der Kraftfahrzeugsteuer zu beteiligen. Die Mittel, die Ostpreußen aus der 
Kraftfahrzeugsteuer zugeflossen sind, wurden durch die stark erhöhten Unter- 
haltungskosten der Provinzialstraßen zum weitaus größten Teil aufgezehrt, so daß 
nur geringe Beträge übrigblieben, um die Straßen mit neuzeitlichen verstärkten 
Decken, die den Angriffen der Kraftwagen genügen, zu versehen. Ostpreußen ist 
daher in bezug auf die Anpassung seiner Straßen an die Anforderungen des Kraft- 
wagenverkehrs hinter allen anderen Provinzen erheblich zurückgeblieben, was 
wiederum von Jahr zu Jahr ein außerordentlich starkes Anschwellen der Unter- 
haltungskosten zur Folge hat. Obwohl es allgemein als der wirtschaftlichste Weg 
zur Erhaltung eines leistungsfähigen Straßennetzes anerkannt ist, wenn die 
Straßen möglichst rasch unter Aufwand bedeutender Summen zur Aufnahme des 
Kraftwagenverkehrs gründlich umgebaut, insbesondere mit festeren Decken aus- 
gestattet werden, konnte Ostpreußen diesen richtigen Weg nicht in nennenswertem 
Umfange beschreiten, da die Mittel hierfür fehlten. Im Jahre 1927 war zwar 
erstmalig die Aufnahme einer Anleihe von 4 Millionen RM. zum neuzeitlichen 
Ausbau der Provinzialstraßen vom Provinziallandtag beschlossen worden; doch 
ist es bisher noch nicht möglich gewesen, eine langfristige Anleihe in dieser Höhe 
zu erhalten, sondern der Betrag mußte nach und nach als kurzfristiges Darlehn 
aufgenommen werden. Im Jahre 1928 konnte deshalb der dringend nötige.neu- 
zeitliche Ausbau der Provinzialstraßen überhaupt nicht fortgesetzt werden, sondern 
lediglich ihre Unterhaltung in einem für den Kraftwagenverkehr im allgemeinen 
gerade noch erträglichen Zustand erfolgen. Die Straßen mit ihren leichten Decken 
werden dabei aber so stark angegriffen, daß sich ihr Zustand trotz des Aufwands 
großer Mittel dauernd rasch verschlechtert und infolgedessen die Unterhaltung 
in den nächsten Jahren immer kostepieliger werden wird. Auch in Zukunft dürfte
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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