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Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

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Bibliographic data

fullscreen: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

Monograph

Identifikator:
1811126022
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-195283
Document type:
Monograph
Title:
Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Mittler
Year of publication:
1929
Scope:
VII, 137 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil I. Produktion und Absatz
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung: Die Gebietsveränderungen und ihre wirtschaftlichen Folgen
  • Teil I. Produktion und Absatz
  • Teil II. Betriebsergebnisse und öffentliche Lasten
  • Teil III. Vermögen und Verschuldung
  • Teil IV. Abhilfemaßnahmen
  • Schlußbemerkung

Full text

:9 
hinaus bedeutet auch das ostpreußische Klima eine Benachteiligung des Absatzes 
von. Speisekartoffeln. Masuren ist auf Kartoffelbau angewiesen. Es kann aber 
seine Mieten im Frühjahr erst öffnen, wenn in anderen Gebieten Deutschlands 
gowie den ehemaligen deutschen Provinzen Posen und Westpreußen der Bedarf 
an Kartoffeln bereits gedeckt ist. Man muß daher die Kartoffeln an Ort und 
Stelle an Schweine verfüttern und kann nicht je nach Marktlage verfüttern oder 
Speisekartoffeln absetzen*). 
b) Viehhaltung. 
Die klimatischen Verhältnisse Ostpreußens bieten besonders gute Vor- 
bedingungen für Viehzucht und Viehhaltung. Der Rückgang der Getreideanbau- 
fläche und die Vermehrung der Hutungen und Weiden sowie des Hackfruchtbaues 
(vgl. S. 15) deuten darauf hin, daß unter dem Druck der gegenwärtigen Wirt- 
schaftslage die ostpreußische Landwirtschaft der Viehhaltung eine noch größere 
Bedeutung beimißt als vor dem Kriege. 
Ostpreußen ist ein historisches Gebiet der Pferdezucht. Daneben hat die 
Rindviehhaltung, gefördert durch das organisatorische Wirken führender Männer, 
einen vorbildlichen Hochstand erreicht. Die starke Durchsetzung der Provinz mit 
bäuerlichen Betrieben verleiht auch der Schweinehaltung eine erhöhte Bedeutung. 
Pferdezucht. 
Nach den empfindlichen Einbußen, die die ostpreußische Pferdezucht durch 
den Krieg erlitt, erfolgte in den ersten Nachkriegsjahren zunächst eine wesentliche 
Wiederauffüllung des Bestandes, vor allem bedingt durch die notwendige verstärkte 
Anspannung, um die Kriegsäcker wieder hochzubringen, die Einfuhrbeschränkungen, 
die Reparationslieferungen, die Zunahme der Pferdeschlachtungen und durch die 
Inflation selbst, deren Scheingewinne eine vermehrte Pferdehaltung mit sich 
brachten. 1924 trat ein völliger Umschwung ein, indem die Nachfrage nach 
Zucht- und Arbeitepferden stark zurückging und damit auch die Preise unbe- 
friedigend wurden. Eine weitere Erschwerung des Absatzes brachte die starke 
Einfuhr ausländischer Pferde. 
Die Entwicklung des Pferdebestandes ergibt sich aus folgender Übersicht: 
Pferdebestand in Ostpreußen und Preußen, 
19181) 
1925 
Ostpreußen: Pferde insgesamt. . . . 518 188 498 747 
darunter Pferde unter 3 Jahren . . 114850 137 606 
Preußen?): Pferde insgesamt . . . . 12615869 2712768 
darunter Pferde unter 3 Jahren . . | 370696 592571 
1) Jetziger Gebietsumfang. 23 Preußen ohne Saargebiet. 
1926 
1927 
1928 
490049 481122 | 465610 
126926 110580 95 299 
2670942 2619923 | 2 546 984 
521343 | 422483 | 344313 
Der Rückgang des Pferdebestandes im Jahre 1928 gegenüber 1913 beträgt in 
Ostpreußen 9,3 %, in Preußen 2,6 %; bei Pferden unter 3 Jahren in Ostpreußen 
17 %, in Preußen 7,1%. 
Am stärksten betroffen ist unzweifelhaft die Warmblutzucht. Diese 
stand vor dem Kriege in hoher Blüte. Ostpreußen lieferte das beste Armeepferd 
und setzte jährlich 14 000 Remonten ab. 
1) Vgl. hierzu Beckmann: „Ostpreußen und Polen“, Berichte über Landwirtschaft NF., 
Berlin 1927.
	        

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Die Lage Der Landwirtschaft in Ostpreussen. Mittler, 1929.
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