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Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

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Bibliographic data

fullscreen: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

Monograph

Identifikator:
1811126022
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-195283
Document type:
Monograph
Title:
Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Mittler
Year of publication:
1929
Scope:
VII, 137 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil III. Vermögen und Verschuldung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung: Die Gebietsveränderungen und ihre wirtschaftlichen Folgen
  • Teil I. Produktion und Absatz
  • Teil II. Betriebsergebnisse und öffentliche Lasten
  • Teil III. Vermögen und Verschuldung
  • Teil IV. Abhilfemaßnahmen
  • Schlußbemerkung

Full text

62 
wirtschaft anderer deutscher Gebiete ihren Kunstdüngerverbrauch bereits über den 
Vorkriegsverbrauch hinaus gesteigert hatte. 
Mit der Verschärfung der Inflation begann die weite Entfernung von den 
Märkten sich für Ostpreußen besonders verhängnisvoll auszuwirken. In den 
Zeiten der fast‘ täglichen Preissteigerungen war es entscheidend wichtig, immer 
auf Grund der neuesten Marktnotizen verkaufen zu können. Die ungünstige Markt- 
lage ließ das in den letzten Inflationsmonaten auftretende Mißverhältnis zwischen 
den Preisen. landwirtschaftlicher Erzeugnisse und landwirtschaftlicher Produktions- 
mittel für die ostpreußische Landwirtschaft wesentlich rascher wirksam werden 
als im übrigen Deutschland. Aus dem gleichen Grunde wurde die im August 1923 
sinsetzende Zahlung von Goldsteuern für die ostpreußische Landwirtschaft be- 
sonders belastend. 
Das Schicksal der verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebe in den Jahren 
nach der Stabilisierung war ganz entscheidend davon abhängig, in 
welcher Weise sie den Übergang aus der Inflation in die stabile Wirtschaft voll: 
zogen haben, d.h. wie weit ‚ihre Substanz in diesem Augenblick bereits wieder 
aufgebaut war und wie weit die Betriebe darüber hinaus mit Reserven an um- 
jaufenden Betriebsmitteln, mit verkaufsfähigen Erntevorräten, mit Kunstdünger- 
vorräten usw. ausgestattet waren. . Diejenigen Betriebe, welche unter Ausnutzung 
der Inflationskonjunktur bis zu diesem Zeitpunkt die Kriegsschäden in ihrer 
Substanz überwunden hatten und deren Vorräte und Betriebsmittel ausreichten, 
um die ersten besonders schwierigen Monate bis zur Ernte von 1924 ohne Auf- 
nahme von Neuschulden zu überstehen, sind im allgemeinen auch in den weiteren 
Jähren gut durchgekommen. Ganz anders dagegen solche Betriebe, deren Wieder- 
aufbau im Herbst 1923 noch nicht abgeschlossen war und deren liquidierbare Vor- 
räte so gering ‚waren; daß sie vom Januar 1924 ab bis zur neuen Ernte Kredite 
zu den damaligen Zinssätzen aufnehmen mußten, um die laufenden Ausgaben des 
Betriebes zu bestreiten. Bei diesen Betrieben wurde damals der Grund zu einer 
Verschuldung gelegt, die heute die Betriebe zu erdrücken droht, und zwar infolge 
des Zinsendienstes häufig auch -.dann, wenn inzwischen durch äußerste An- 
strengungen das Gleichgewicht zwischen Betriebseinnahmen und -ausgaben her- 
gestellt worden ist, . 
Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß in Ostpreußen der Anteil solcher 
ungenügend aufgebauten, schwach ausgerüsteten ‚und wenig krisenfesten Betriebe 
besonders groß war, so daß die Verschuldungslage heute auch dann ernst sein 
würde, wenn Ostpreußen in den Jahren seit der Stabilisierung unter den gleichen 
wirtschaftlichen Bedingungen gestanden hätte, wie die übrige deutsche Landwirt- 
schaft. Das war aber, wie der erste Teil dieses Berichts zeigt, keineswegs der 
Fall. Große Teile Ostpreußens waren in den letzten Jahren von Mißernten und 
Seuchen betroffen, die teilweise mehrere Jahre hintereinander eintraten. Auch 
erlitten viele ostpreußische. Betriebe in den ersten Jahren nach der Stabilisierung 
schwere Verluste infolge von Zahlungsschwierigkeiten der Lieferanten und Ab- 
nehmer sowie Zusammenbrüchen von Verwertungsbetrieber (Molkereigenossen- 
schaften u. dergl.). Die Preisverhältnisse, deren Ungunst auch im übrigen Deutsch- 
{and bei vielen Betrieben zu Betriebsdefiziten geführt hat, waren in Ostpreußen 
infolge seiner weiten Entfernung von den Märkten besonders ungünstig. Hinzu 
kommt, daß der ostpreußische Landwirt wegen der Ungunst des Klimas wenig 
Möglichkeiten hat, sich den stark wechselnden Preisverhältnissen durch Umstellung 
geines Betriebes anzupassen und jeweils die im Preise günstigsten Erzeugnisse in 
den Vordergrund zu stellen. Wenn somit das Jahr 1923/24 den ersten Grund zu
	        

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Denkschrift Über Die Maschinenindustrie Der Welt, Bestimmt Für Das Komitee B Des Vorbereitenden Ausschusses Der Internationalen Wirtschaftskonferenz Des Völkerbundes. Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten, 1926.
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