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Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

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Bibliographic data

fullscreen: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

Monograph

Identifikator:
1811126022
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-195283
Document type:
Monograph
Title:
Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Mittler
Year of publication:
1929
Scope:
VII, 137 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil IV. Abhilfemaßnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung: Die Gebietsveränderungen und ihre wirtschaftlichen Folgen
  • Teil I. Produktion und Absatz
  • Teil II. Betriebsergebnisse und öffentliche Lasten
  • Teil III. Vermögen und Verschuldung
  • Teil IV. Abhilfemaßnahmen
  • Schlußbemerkung

Full text

— 4 — 
günstigt und erscheinen je nach Höhenlage zum Teil für Viehzucht, zum Teil für 
intensiven Ackerbau geeignet; es dürften deshalb weitere Umstellungen kaum zu 
erwarten sein. 
d) Siedlung. ; 
Die Siedlungstätigkeit spielt in Ostpreußen von jeher eine bedeutsame Rolle. 
Ein Mangel an Siedlungsland war bisher in Ostpreußen nicht vorhanden; 
auf Jahre hinaus wird in Ostpreußen zur Siedlung gut geeignetes Land zu ange- 
messenen Preisen überreichlich zur Verfügung stehen. 
Siedlungsträger ist für Ostpreußen in erster Linie die Ostpreußische 
Landgesellschaft, die seit Jahren von allen deutschen Siedlungsunternehmungen 
bei weitem die umfang- und erfolgreichste Tätigkeit aufweist. Neben ihr arbeiten 
noch einige private Siedlungsgesellschaften, so besonders in letzter Zeit die Deutsche 
Bauernkasse, ein Unternehmen der Hauptgenossenschaft landwirtschaftlicher Klein- 
und Mittelbetriebe; auch haben im Zusammenhang mit den zuständigen Kultur- 
ämtern Grundbesitzer selbst gesiedelt und einige private Parzellanten die Auf- 
teilung vorgenommen. Der Gesamteindruck, der sich bei einer Besichtigung von 
Siedlungen dieser verschiedensten Siedlungsträger ergab, ist nach der technischen 
und finanziellen Seite recht günstig. Die Unzuträglichkeiten, die sich aus der 
Siedlungstätigkeit eines Privatunternehmers, der schließlich in Konkurs geriet, 
für die Siedler ergeben haben, sind nachträglich mit Hilfe staatlicher Zuschüsse 
einigermaßen ausgeglichen worden. 
Siedlungsbewerber sind für die Siedlung in Ostpreußen in aus- 
reichendem Maße vorhanden, vorausgesetzt, daß die Anzahlungsforderungen der 
Siedlungsgesellschaften auf der bisherigen Höhe bleiben. Die Ostpreußische 
Landgesellschaft, welche sich neben dem Inventar, das der Siedler selbst mitbringt, 
mit Anzahlungen von wenigen tausend Mark zufrieden gibt, berichtete auch noch 
in allerletzter Zeit über eine sehr große Nachfrage nach Siedlerstellen. In der 
Hauptsache liefert die Provinz die Siedlungsbewerber selbst aus den Kreisen der 
Kleinbauernschaft, auch aus älteren Siedlungen und aus den Kreisen der Land- 
arbeiter. 
Bei der allgemein schwierigen Lage der Landwirtschaft in Ostpreußen ist 
wohl zu erwägen, ob es möglich ist, inmitten eines umfangreichen Zusammenbruchs 
alter Landwirtschaftsbetriebe, darunter auch zahlreicher Bauernwirtschaften, 
neue Betriebe aufzubauen, von denen man erwarten kann, daß sie sich trotz der 
schweren Zeiten halten werden. Es ist deshalb notwendig, ein Bild von der wirt- 
schaftlichen Lage der bisher angesetzten Siedler zu gewinnen. Aus zahlreichen 
Einzelbesichtigungen, aus Besprechungen mit Sachverständigen und aus Berichten 
der Siedlungsunternehmungen und Kulturbehörden ließ sich dies ermöglichen. 
Das Gesamtbild der wirtschaftlichen Lage der Siedler ist bei 
aller vorsichtigen Beurteilung zur Zeit noch allgemein befriedigend. Zwangsversteige- 
rungen von Siedlerstellen haben nur in ganz geringem Umfange stattgefunden. 
Die Ostpreußische Landgesellschaft berichtet nur von zwei Fällen, die sich auf 
Vorkriegssiedlungen beziehen und Erbauseinandersetzungen zur Ursache hatten. 
Die verhältnismäßig zahlreichen freihändigen Verkäufe sind nur z. T. auf 
schlechtes wirtschaftliches Vorwärtskommen der Siedler zurückzuführen. Die 
Mehrzahl ist, soweit man über die ursächlichen Momente urteilen kann, im Gegen- 
teil durch das Bestreben veranlaßt, sich mit Hilfe des auf kleiner Stelle erworbenen 
Kapitals zu vergrößern oder Inflationsgewinne zu realisieren. 
Auch die Zinsrückstände der Siedler, von denen die Ostpreußische Land- 
gesellschaft berichtet, halten sich einerseits in mäßigen Grenzen und sind anderer- 
seits für die Flüchtlinzssiedler durch .die Entschuldungsaktion der Rentenbank-
	        

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Die Lage Der Landwirtschaft in Ostpreussen. Mittler, 1929.
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