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Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

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Bibliographic data

fullscreen: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

Monograph

Identifikator:
1811126022
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-195283
Document type:
Monograph
Title:
Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Mittler
Year of publication:
1929
Scope:
VII, 137 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil IV. Abhilfemaßnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung: Die Gebietsveränderungen und ihre wirtschaftlichen Folgen
  • Teil I. Produktion und Absatz
  • Teil II. Betriebsergebnisse und öffentliche Lasten
  • Teil III. Vermögen und Verschuldung
  • Teil IV. Abhilfemaßnahmen
  • Schlußbemerkung

Full text

Q6 
Hilfe einer Hauszinssteuerhypothek von 4000 bis 5000 RM. — und zu kleinem 
Teil (Flüchtlingssiedler) mit kleinen Wirtschaftsdarlehen von 2000 bis 3000 RM. —, 
zum größten Teil aber ohne weitere Schuldaufnahme lediglich aus den Wirtschafts- 
überschüssen der letzten 4 Jahre. Dies scheint besonders bedeutsam gegenüber 
der viel verbreiteten Meinung, daß es unwirtschaftlich sei, wenn man dem Siedler 
zum Anfang nur die notdürftigsten Baulichkeiten hinstellt, die durch den sehr 
bald erfolgenden Neuaufbau überflüssig werden. Es scheint doch der freiwillige 
Entschluß, an allen Ecken und Enden zu sparen und allmählich ohne Inanspruch- 
nahme teurer Kredite den Betrieb auszubauen, psychologisch wertvoller zu sein als 
der Zwang, die Schuldzinsen für eine fertig aufgebaute Stelle herauszuwirt- 
schaften. Es wäre zu untersuchen, ob es möglich ist, für etwa 8000 RM. ein 
Siedlungsgehöft mit gerade ausreichenden Wohn- und Stallräumen in einfachster 
Ausstattung und eine Bretterscheune zu errichten. Wenn der Preußische Staat 
durch Erhöhung der Hauszinssteuerdarlehen auf den genannten Betrag von 
8000 RM. die vollen Baukosten übernimmt, das Reich aber durch die Siedlungs- 
kredite die Landbeschaffung ermöglicht, würde die ostpreußische Siedlung trotz 
der schwierigen Zeiten durchaus existenzfähige Siedler ansetzen können. 
Die Finanzierung einer Siedlung von 15 ha würde sich dann etwa folgender- 
maßen stellen: 
I. Kosten der Siedlung. 
Landankauf je ha RM. 900 .'. . . 
Gebäudekosten . 202 
Siedlungsunkosten (Zwischenwirtschaft, Aufteilung, Wege, 
Beitrag zu Schulbauten) je Stelle . . . .. 
„4000 
RM. 25 500 
MN. Aufbringung der Kosten. 
Reichskredit für Landbeschaffung . 
Hauszinssteuerhypothek . . 
Anzahlung des Siedlers 
RM. 13 500 
8 000 
„ 4000 
RM. 25 500 
Der Siedler muß darüber hinaus das Inventar selbst mitbringen oder aus 
hinterlegter weiterer Anzahlung beschaffen. 
sr 
IX. Jährliche Belastung. 
4'/, % für M. 13500 Reichskredit . . . . . .. 
2% (davon 1% Tilgung) für M. 8000 Hauszinssteuer- 
hypnothek. 
RM. 607,50 
„ 160,00 
RM. 767.50 
Das ist je Morgen 12,40 RM. jährlich. Durch Stundung der Renten für die 
drei ersten Jahre im Betrage von rund 2300 RM. würde vom vierten Jahre an diese 
Belastung sich auf rund 14 RM. je Morgen erhöhen. Diese Belastung muß als 
tragbar erscheinen, wenn der Siedler (Steuerbefreiung für diese drei Jahre weiterhin 
vorausgesetzt) in den ersten drei Jahren seiner Wirtschaft die gesamten Betriebs- 
überschüsse für den Ausbau und die Verstärkung des Inventars ausgeben kann. 
Voraussetzung für die Ansetzung existenzfähiger Siedler ist, daß die in den 
vorigen Abschnitten empfohlenen Maßnahmen zur Besserung der allgemeinen Lage 
der Landwirtschaft in Ostpreußen zur Durchführung gelangen. Neben der För- 
derung der Siedlung darf nicht vergessen werden, daß vor allem die Besitzfestigung 
des alten Besitzes eine dringende Aufgabe ist (vgl. S. 69). Leider ist für die alten
	        

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Die Lage Der Landwirtschaft in Ostpreussen. Mittler, 1929.
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