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Bevölkerungslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Bevölkerungslehre

Monograph

Identifikator:
181333546X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-201592
Document type:
Monograph
Author:
Mombert, Paul http://d-nb.info/gnd/117125342
Title:
Bevölkerungslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1929
Scope:
IV, 490 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster geschichtlicher Teil. Die Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft und Gesellschaft im Zusammenhang mit den Anschauungen und lehren darüber
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bevölkerungslehre
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Gegenstand und Stellung der Bevölkerungslehre
  • Erster geschichtlicher Teil. Die Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft und Gesellschaft im Zusammenhang mit den Anschauungen und lehren darüber
  • Zweiter systematisch-theoretischer Teil. Volkszahl, Volkswachstum und Nahrungsspielraum
  • Dritter Teil. Ergebnisse
  • Namenverzeichnis
  • Sachverzeichnis

Full text

4 
im Süden und im Westen als in den östlichen Gebieten Deutschlands. 
Es ist die Zeit, in der wir in vielen Gegenden von Wüstungen, 
von eingegangenen Ansiedelungen und verödeten Landgemeinden 
hören !). Dabei handelt es sich um eine Entwicklung, die z. T. 
schon früher eingesetzt hat und sich auch noch auf die folgenden 
Jahrhunderte erstreckt. Selten waren kriegerische Ereignisse an 
diesen Wüstungen schuld, in der überwiegenden Regel hat es sich 
vielmehr darum gehandelt, daß zahlreiche Ortschaften infolge wirt- 
schaftlicher Ungunst eingegangen sind, „weil sie auf unfruchtbarem 
Boden lagen oder unter einem schlechten Klima zu leiden hatten, 
so daß der Ertrag der Hände Arbeit nicht lohnte und die Bewohner 
gezwungen waren, die Heimat zu verlassen und anderswo ihr Glück 
zu suchen“?). Auch solche Vorgänge sind nicht anders denkbar, 
als daß sich lokale Wandlungen in der Größe des Nahrungsspiel- 
raumes, vielleicht gegenüber einer steigenden Volksdichte, vollzogen 
haben, die zur Aufgabe alter, nicht genügend ertragreicher Siede- 
lungen zwangen. Die von Grund vertretene Ansicht, als ob die 
Wüstungen im Wiener Wald und Wiener Becken auf eine schwere 
Wirtschaftskrise am Ausgang des Mittelalters entstanden seien, hat 
keinen Anklang gefunden ®). Umso wichtiger sind jedoch die von 
ihm mitgeteilten Tatsachen. 
Man hat schon darauf hingewiesen *), daß auch wohl die 
Städte einen Einfluß auf dieses Eingehen ländlicher Siedelungen aus- 
geübt haben; denn man könne beobachten, daß die Zeit des Ein- 
gehens solcher Dörfer gleichzeitig eine Zeit ist, in der die Städte 
zunehmen. Es würde sich also dabei wenigstens teilweise um 
Wanderungserscheinungen handeln. „Es scheinen also“ — so hat 
man schon gemeint — „in der Bevölkerungsgeschichte Mitteleuropas 
gleich mächtigen Atemzügen Zeiten miteinander abzuwechseln, in 
denen die Bevölkerung die Tendenz hat, sich in möglichst großer 
Zahl über das ganze Land zu verbreiten und dieses möglichst in 
Kultur zu nehmen und solche, in denen sie von dem Streben be- 
herrscht wird, sich auf wenige Linien und Punkte anzuhäufen, 
während das Land in seiner Bevölkerungszahl abnimmt oder ver- 
hältnismäßig langsam zunimmt °).“ 
1) Aus d. großen Literatur sei vor allem hervorgehoben J. Lappe, Die 
Wüstungen d, Provinz Westfalen, Bd. 1. Die Rechtssgeschichte d, wüsten Marken, 1916, 
2) Lappe, a. a. O., 5. 15. 
3) A, Grund, Die Veränderungen d. Topographie im Wiener Wald u. Wiener 
Becken, 1901. 
4) Schlüter, Die Siedelungen im nordöstl. Thüringen, 1903. 
5) Schlüter, a. a. O., S. 209. 
Erster geschichtlicher Teil
	        

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Bevölkerungslehre. Fischer, 1929.
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