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Das Problem der Wirtschaftsdemokratie

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Bibliographic data

fullscreen: Das Problem der Wirtschaftsdemokratie

Monograph

Identifikator:
1819912523
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-208152
Document type:
Monograph
Title:
Das Problem der Wirtschaftsdemokratie
Edition:
2. Aufl.
Place of publication:
Düsseldorf
Publisher:
Industrie-Verl.
Year of publication:
[1929]
Scope:
186 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Freiheit oder Organisation des sittlichen Gedankens in der Wirtschaft. Vom Standpunkt des katholischen Christentums / von Prof. Schilling in Tübingen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Problem der Wirtschaftsdemokratie
  • Title page
  • Contents
  • Das Problem der Wirtschaftsdemokratie auf der Düsseldorfer Industrietagung 1929 / von Dr. J. Herle, Geschäftsführer des Reichsverbandes der Deutschen Industrie
  • Das gewerkschaftliche Programm der Wirtschaftsdemokratie / von Universitätsprofessor Dr. Georg Halm, Würzburg
  • Die Probleme der Wirtschaftsdemokratie. Dargestellt an internationalen Beispielen / von Privatdozent Dr. Walter Heinrich, Wien
  • Individualismus oder Kollektivismus als Weltanschauung / von Professor Dr. E. Horneffer, Gießen
  • Freiheit oder Organisation des sittlichen Gedankens in der Wirtschaft. Vom Standpunkt des evangelischen Christentums. Pastor Dr. rer. pol. Depuhl, Volkswirt RDV, Hannover
  • Freiheit oder Organisation des sittlichen Gedankens in der Wirtschaft. Vom Standpunkt des katholischen Christentums / von Prof. Schilling in Tübingen
  • Individualismus und Kollektivismus als Triebkräfte in der Wirtschaft / von Bergassessor a. D. Dr.-Ing. e. h. v. u. z. Loewenstein
  • Der demokratische Gedanke im Staats- und Wirtschaftsleben / von Prof. M. Wundt, Jena
  • Sozialismus und Demokratie / von Dr. Paul Osthold, Düsseldorf
  • Gemeinwirtschaftliche Experimente in der Vergangenheit / von Universitätsprofessor Dr. Preyer, M. d. R. , Königsberg
  • Wirtschaftsdemokratie und Kartelle / von Universitätsprofessor Dr. Robert Liefmann
  • 10 Jahre Kohlenwirtschaftsgesetz / von Geheimrat G. Brecht, Köln
  • Für die Freiheit der Schlüsselindustrie / von Dr. M. Schlenker, Düsseldorf
  • Wirtschaftsdemokratische Irrtümer bezüglich der weiterverarbeitenden Industrie / von Direktor Karl Lange. Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten
  • Konzernbildung und Wirtschaftsdemokratie / von Prof. Dr. Karl Muhs, Greifswald
  • Die begrenzte Reichweite des Genossenschaftsgedankens in der Gütererzeugung. Der Wesensunterschied zwischen genossenschaftlicher Gütererzeugung und Güterverteilung / von Universitätsprofessor Emil Wehrle, Karlsruhe
  • Grenzen zwischen öffentlicher und privater Wirtschaft / von Dr. Martin Sogemeier, Berlin
  • Recht und Gemeinschaftsgedanke / von Universitätsprofessor Dr. Heinrich Lehmann, Köln
  • Das deutsche Arbeitsrecht, Wegbereiter des Sozialismus / von Rechtsanwalt Schoppen, Düsseldorf
  • Sozialpolitik zwischen Demokratie und Autonomie / von Dr. Josef Winschuh, Berlin
  • Um die Autonomie des sozialen Gedankens / von Professor Dr. Adolf Günther, Innsbruck
  • Die Vorherrschaft der freien Gewerkschaften in den Organen der Selbstverwaltung / von Dr. rer. pol. Hadrich, Leipzig
  • Steuern als Werkzeug der Wirtschaftssozialisierung / von Dr. jur. et phil. Franz von Lilienthal, Oberregierungsrat
  • Hoffnungen und Tatsachen um den Artikel 165 der Reichsverfassung. Ein Bericht / von Dr. Wilhelm Steinberg, Düsseldorf
  • Soziale Bauhütten / von Dr. Schuster, Düsseldorf
  • Um Form und Wesen der Handelskammer / von Dr. Wilden, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf
  • Falsche Romantik um die Betriebsdemokratie / von Dr. Robert Holthöfer (Essen)
  • Das Schlagwort vom Bildungsprivileg / von Bergassessor Dr.-Ing e. h. Ernst Brandi, Dortmund, Vorsitz des Vereins für die bergbaulichen Interessen in Essen
  • Wirtschaftsdemokratische Wanderung in der Fremde / von Wolfgang Krüger, Berlin
  • Unternehmer und Wirtschaftsdemokratie / von A. Heinrichsbauer, Essen
  • Idee und Persönlichkeit als Triebkräfte der Geschichte / von Universitätsprofessor Dr. W. Schüßler, Rostock

Full text

politischen Verhältnisse leicht begreifen, Aber es ist den 
Bemühungen teils apologetisch eingestellter, teils philo- 
sophisch mangelhaft vorgebildeter Vertreter der‘ ange- 
deuteten Ansicht noch nicht gelungen, darzutun, wie denn 
das „Volk“ ursprünglich die Gewalt hätte übertragen 
können. Sobald man zwischen „Volk“ und: „Volk“ unter- 
$cheidet, wird der Sachverhalt klar. Das Volk im Sinne 
einer noch nicht staatlich geeinten und staatlich orgäni- 
sierten Menge hat selbstverständlich keine autoritative Ge- 
walt und kann demgemäß auch keine solche verleihen, das 
Volk im angedeuteten Sinne kann die Staatsform nötigen- 
falls bestimmen und hat den etwaigen Herrscher zu wählen, 
weiter reicht seine Kompetenz «nicht. Nimmt man aber 
„Volk“ im Sinne des staatlich organisierten Volksganzen, 
dann haben wir ia bereits den Staat, der ohne Vorhanden- 
sein eines herrschenden Elementes ‚gar nicht zu denken ist, 
weil er hierin sein formgebendes Prinzip besitzt. Sagt man 
nun, das Volksganze im eben dargelegten Sinne besitze die 
Staatsgewalt, so ist das eine Selbstverständlichkeit. In 
Wahrheit hat man sich den Vorgang und den Sachverhalt 
So vorzustellen: das Volk, die noch nicht staatlich organi- 
sierte Menge, hat gegebenenfalls die Verfassung zu be- 
stimmen und den Herrscher zu bezeichnen, und sobald dann 
das herrschende Element in Aktion tritt, steht ihm auch 
die zur Regierung nötige Gewalt ohne weiteres, also nach 
Naturrecht, zur Seite. Das Volk überträgt die Gewalt und 
die Rechte der Herrschaft nicht, so hat Leo XII. ausdrück- 
lich entschieden. Und so wenig der große soziale Papst 
etwas von einer ursprünglichen Uebertragung der Gewalt 
durch das Volk weiß, ebensowenig weiß davon ein 
Augustinus oder ein Thomas von Aquinp. 
Analog sind vom christlichen Standpunkt aus auch die 
Wirtschaftsformen zu beurteilen. Das Christentum 
steht den Wirtschaftsformen neutral gegenüber, in seinem 
Namen ist nur zu verlangen, daß sie sich mit dem Gemein- 
wohl und mit dem Sittengesetz in Einklang bringen lassen, 
Und wie das Christentum gegen eine Verfassungsänderung 
im staatlichen Leben, wenn sie als notwendig sich erweist 
und auf gesetzlichem Wege und ohne Rechtsverletzung, 
ohne Verletzung natürlicher, garantierter oder wohl- 
erworbener Rechte, sich vollzieht, nicht angerufen werden 
kann, ähnlich verhält es sich auf wirtschaftlichem Gebiet. 
Sobald’ jedoch eine Wirtschaftsform in Gegensatz 
zum Gemeinwohl und zum Sittengesetz tritt oder bei 
Aenderung des Bestehenden firemde Rechte ver- 
letzt werden, ist im Namen des Christentums Wider- 
spruch zu erheben, 
Es kann daher nicht zweifelhaft sein, daß die 
sozialistische Idee zur Wirtschaitsdemokratie, die 
nur eine Vorstufe zur sozialistischen Wirtschafts- 
form darstellt, vom christlichen Standpunkt aus 
abgelehnt werden muß. 4 
‚Bedeuten doch die darauf gerichteten sozialistischen 
Bestrebungen offensichtlich eine Gefährdung des Ge- 
35
	        

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Das Problem Der Wirtschaftsdemokratie. Industrie-Verl., 1929.
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