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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
182285363X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-215918
Document type:
Monograph
Author:
Cottier, Henry
Title:
La crise du petit commerce
Place of publication:
[Erscheinungsort nicht ermittelbar]
Publisher:
[Verlag nicht ermittelbar]
Year of publication:
1930
Scope:
XXI, 263 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Deuxième Partie. Les remédès a la crise
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

15 
Der Krieg selbst bedingt überdies nicht selten die Unterbrechung der Zufuhr 
wichtiger Rohprodukte oder Fertigfabrikate, die nun im Inland erzeugt oder 
durch Surrogate ersetzt werden. Auch die Spekulation in Valuten und Effekten 
bringt oft reichen Gewinn. Die Bereicherung einiger Kreise der Bevölkerung; 
der Unternehmer, Spekulanten Und Arbeiter, bedeutet aber indirekt eine Be 
reicherung aller jener, die diesen Gruppen von Menschen Waren zu liefern haben. 
Die Vorteile können so für weite Kreise der Bevölkerung weit größer werden, 
als die durch die Kriegführung erzeugten Lasten. Hierzu kommt noch, daß 
die Vermehrung der Umlaufsmittel im Falle von Papiergeldemission nicht selten 
die Produktion anregt und den anderen Ländern gegenüber, falls ein Disagio 
des Papiers gegenüber dem Metall auftritt, wie ein Schutzzoll wirkt. Industrien, 
die bis dahin ihre Produktion künstlich eingeschränkt haben und weniger 
produzierten, als sie vermochten, können nun ohne erhebliche Mehrkosten ihre 
Produktion erweitern und große Gewinne erzielen. Die vermehrte Konsumtion 
erhöht nicht selten die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes, die ihrerseits wieder 
stimulierend wirkt. Selbst wenn ein derartiger Aufschwung nicht von Dauer ist, 
so zeigt er doch, daß ruhende Kräfte vorhanden waren. Tritt dann ein Rück 
schlag ein, so beweist das keineswegs, daß die vorhandenen Kräfte überspannt 
wurden, sondern nur, daß unsere Wirtschaftsordnung einen 
dauernden Fortschritt nicht ohne Krisen durchführen kann; 
das gilt aber für die Friedenszeiten ebenso wie für die Kriegszeiten. Diese 
Stauungen sind nicht durch Produktion und Konsumtion, nicht durch die 
politische Ordnung oder die Einkommenverteilung, sondern durch den Markt 
verkehr und das Kreditwesen bedingt. 
Wir müssen bei der Untersuchung der kriegswirtschaftlichen Probleme den 
Bedarf an Gütern von dem Bedarf an Zahlungsmitteln unter 
scheiden. Die Beschaffung der für die Kriegführung nötigen Gegenstände ist 
im allgemeinen nicht allzu schwierig. Getreide usw. wird in Kriegszeiten nicht 
mehr benötigt als sonst, es sei denn, daß eine starke Rückwanderung Militär 
pflichtiger stattfindet. Höchstens geht die Inlandsproduktion zurück und der 
Import muß vermehrt werden. Hingegen kann der Heu- und Haferbedarf 
wachsen, wenn z. B. Pferde importiert werden. Andere Kriegsartikel, die in 
größerer Menge erforderlich werden, sind verhältnismäßig rasch herstellbar, 
wie Kleidungsstücke, Schuh werk, selbst Gewehre, Geschütze usw. Nur die 
Herstellung von Festungen, Kriegsschiffen usw. erfordert längere Zeit; auch die 
Verluste an Menschen lassen sich nur schlecht restituieren, wie dies besonders 
in den großen Napoleonischen Kriegen bemerkbar wurde. Die Produktion von 
Kriegsartikeln ist durch die Kriegführung etwas beeinträchtigt, doch nicht 
allzu erheblich, da eine längere Kriegführung nur die Mehrverwendung von 
Maschinen usw. erfordern würde. Alle Schwierigkeiten, die daher rühren, 
daß kein Geld vorhanden ist, gehören auf ein anderes Blatt. Ihre Lösung 
ist eine Frage der Wirtschaftsorganisation; es wäre denkbar, daß unsere heutigen 
Einrichtungen sich in einem großen Kriege unzureichend zeigen, werden doch 
die schon im Frieden vorhandenen Mängel zum Teil im Kriege doppelt fühlbar. 
Es führt dies oft dazu, daß viele Institutionen im Krieg abgeändert werden, die 
sich dann auch in Friedenszeiten als vorteilhaft erweisen und vielfach weiterhin 
bestehen bleiben. Aber was noch wichtiger ist, die Bereitwilligkeit, Reformen 
in dieser Hinsicht durchzuführen, kann die Quelle des Sieges werden, und es 
sind wohl Umstände denkbar, unter denen jener Staat den Sieg erringt und 
für sich Vorteile auf Jahrzehnte hinaus erwirbt, der im gegebenen Augenblick 
des Kampfes kühn Vorurteile über den Haufen wirft und mit neuen Formen 
der Güterverschiebung auf den Platz tritt. Derartige Änderungen auf dem 
Gebiete der Güterzirkulation sind um so leichter durchführbar, je weniger 
sie die soziale und politische Struktur des Volkes berühren. Aber die Umwand 
lung von geldwirtschaftlichen Institutionen in naturalwirtschaftliche, die Schaf 
fung von Organisationen zur raschen Bedürfnisbefriedigung können fast immer 
auf allgemeinen Beifall rechnen, wenn sie ohne Umwälzung der sozialen Ord 
nung vorgenommen werden, ln Kriegszeiten, wo nur der Gedanke an Sieg 
und Niederlage maßgebend ist, treten kleinliche Erwägungen, die in Friedens-
	        

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Entwicklung Der Reklame Vom Altertum Bis Zur Gegenwart. Oldenbourg, 1926.
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