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Finanzen und Steuern im In- und Ausland

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

Monograph

Identifikator:
1823190766
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-220010
Document type:
Monograph
Title:
Finanzen und Steuern im In- und Ausland
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Hobbing
Year of publication:
1930
Scope:
896 S
graph. Darst.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Hauptteil. Deutsche Finanz- und Steuerstatistik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzen und Steuern im In- und Ausland
  • Title page
  • Contents
  • Erster Hauptteil. Deutsche Finanz- und Steuerstatistik
  • Zweiter Hauptteil. Statistik ausländischer Finanzen und Steuern. Unterlagen zum internationalen Vergleich
  • Index

Full text

— 526 — 
Ein erster Versuch der Erforschung und Darstellung der regionalen Steuerkraft liegt 
vor in Band? der Einzelschriften: »Die Steuerkraft der Finanzamtsbezirke«. Aus 
Zweckmäßigkeitsgründen, die im Material gelegen sind, wurden die Finanzamtsbezirke‘) 
als die im einzelnen zu untersuchenden Gebietseinheiten zugrundegelegt. Die aus- 
führliche textliche Darstellung beschränkt sich dabei nicht auf die Auswertung der 
Steuerstatistik, sondern charakterisiert jedes Gebiet nach seinen wirtschaftsgeographischen 
Bedingungen, seiner Besiedlung und seiner heutigen Wirtschaftsstruktur, um nach 
Möglichkeit eine Erklärung für die Verschiedenheiten der Steuerkraft zu bieten. " 
Die Berechnung der Steuerkraft beruht auf einer Zusammenfassung der großen 
Personalsteuern des Reichs, nämlich der Lohneinkommensteuer, der veranlagten Ein- 
xommensteuer, der Körperschaftsteuer und der Vermögensteuer. Zur Ermittlung der 
Steuerkraft wird zunächst festgestellt, wie hoch sich die Summe einer jeden dieser 
Steuern in dem zu untersuchenden Gebiet (z. B. einem FA.-Bezirk beläuft. Alsdann 
werden die 4 Summen zu einer Gesamtsumme vereinigt und diese zu der Bevölkerungs- 
zahl des Gebietes in Beziehung gesetzt. Der Betrag, der durchschnittlich auf den Kopf 
der Bevölkerung entfällt, stellt eine geeignete Meßziffer der Steuerkraft dar. Er wird 
darum Steuerkraiftziffer genannt. 
Als Ergänzung tritt hinzu die Pflichtigenziffer, welche angibt, wieviel 
Einkommensteuerpflichtige auf 1000 der Bevölkerung gezählt werden. Die Zusammen- 
setzung dieser Ziffer nach Lohnsteuerpflichtigen und Veranlagten läßt bereits gewisse 
Schlüsse zu auf die verschiedene Wirtschaftstruktur der einzelnen Bezirke. Naturgemäß 
können die Unterschiede der Wirtschaftstruktur in diesen Zahlen der Steuerstatistik 
nur dann deutlich zum Ausdruck kommen, wenn die zugrunde liegenden Gebiets- 
einheiten jeweils ganz oder doch überwiegend das Gepräge einer bestimmten Wirtschaft- 
struktur tragen. Da indes die FA.-Bezirke nicht nach wirtschaftsgeographischen Gesichts- 
punkten abgegrenzt sind, sondern oft Gegenden verschiedenen Charakters umfassen, 
läßt sich nicht immer eine Beziehung zwischen geographischer Lage und Wirtschaft- 
struktur einerseits und der Steuerkraft und ihrer Zusammensetzung andererseits fest- 
stellen, weil die Unterschiede sich innerhalb der Gebietseinheit ausgleichen oder doch 
verwischen. 
Die nachfolgende Abhandlung kann nur einen kurzen Überblick über die Ergebnisse 
der Untersuchung vermitteln. Sie muß dabei in der Regel von den Durchschnittsziffern 
‘für LFA.-Bezirke ausgehen und kann nur bei Behandlung der eigentlichen Steuerkraft- 
verhältnisse auf FA.-Bezirke zurückgreifen. Natürlich haben für die Ziffern dieser 
größeren Bezirke die schon gegenüber den Finanzamtsziffern hervorgehobenen Vorhehalte 
donpneltes Gewicht. 
Steuerpflichtige. Die Durchsetzung mit Pflichtigen ist in den drei nahezu 
rein städtischen LFA.-Bezirken Berlin, Unterweser und Unterelbe am höchsten. Weit 
voran steht Berlin, wo etwas mehr als die Hälfte der Einwohnerschaft (513,1 je 1000) 
zur Einkommensteuer herangezogen wird. Dagegen bleiben Unterweser und Unterelb® 
mit einer Pflichtigenziffer von 446,1 bzw. 442,4 schon erheblich zurück. Über 400 
liegt die Ziffer ferner noch in den beiden besonders stark industrialisierten Bezirken 
Leipzig und Düsseldorf. Auch der LFA.-Bezirk Dresden zählt nahezu 400 Pflichtige auf 
1000 Einwohner. Dann folgt in weitem Abstande mit 338,3 Pflichtigen je 1000 der 
Bevölkerung der LFA.-Bezirk Münster, der außer seinem Anteil am westfälischen Ind“ 
striebezirk auch weite Flächen vorwiegend agrarischen Gebiets umschließt. Der LFA- 
Bezirk Stuttgart verdankt seine mit 330,9 verhältnismäßig dichte Pflichtigendurchsetzuns 
ebenfalls wohl in erster Linie seiner Industrie, aber daneben auch seinen vielen Kleil” 
bauernwirtschaften. In aht LFA.-Bezirken beträgt die Zahl der Pflichtigen 310 bis 
320 je 1000 Einwohner. Das sind vor allem Gebiete mit gemischt agrarisch-industrieller 
Wirtschaftsstruktur, so die beiden mitteldeutschen LFA.-Bezirke Magdeburg und 
Thüringen mit den angrenzenden Bezirken Hannover und Brandenburg: ferner gehöre? 
3 Im folgenden abgekürzt FA.-Bezirk und LFA.-Bezirk (Landesfinanzamtsbezirk).
	        

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Finanzen Und Steuern Im in- Und Ausland. Hobbing, 1930.
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