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Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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Bibliographic data

fullscreen: Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

Monograph

Identifikator:
1824546017
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-214923
Document type:
Monograph
Author:
Dopsch, Alfons http://d-nb.info/gnd/118680390
Title:
Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte
Place of publication:
Wien
Publisher:
Seidel
Year of publication:
1930
Scope:
XII, 294 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Abschnitt. Die Kulturvölker des alten Orients
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Theorie. Grundsätzliche Anschauungen
  • Zweiter Abschnitt. Die Tatbestände: Die Primitiven
  • Dritter Abschnitt. Die Kulturvölker des alten Orients
  • Vierter Abschnitt. Altgriechenland und das Römerreich
  • Fünfter Abschnitt. Das Oströmische Reich und der Islam
  • Sechster Abschnitt. Das frühe Mittelalter im Westen. Die Völkerwanderung. Merowinger und Karolinger
  • Siebenter Abschnitt. Das hohe Mittelalter (10.-12. Jahrhundert)
  • Achter Abschnitt. Das spätere Mittelalter (13.-15. Jahrhundert)
  • Neunter Abschnitt. Die Neuzeit
  • Zehnter Abschnitt. Die politischen Auswirkungen: Lehenswesen und Kapitalismus
  • Elfter Abschnitt. Rückfälle aus der Geldwirtschaft in die Naturalwirtschaft
  • Zwölfter Abschnitt. Theoretische Schlußfolgerungen
  • Index

Full text

37 
sich nun in den Kreisen der Städtebevölkerung, welche diese 
ländlichen Produkte mit Metallgeld kaufen mußte, der Ruf 
nach Reformen. Die herrschenden Kreise hatten ja wie die 
Großgrundbesitzer ebenso viele Vorteile davon, während die 
Gewerbe- und Handelsleute dadurch beeinträchtigt wurden. 
Um nun eine Senkung der Preise zu erzielen, mußte die 
im Umlauf befindliche Münzmenge verringert und deren Edel- 
metallgehalt verstärkt werden. Das geschah 1715—1717. Diese 
Münzreform bewirkte nun einen starken Rückgang der Reis- 
preise. 
Aber derselbe wirkte keineswegs segensreich, wie man er- 
wartet hatte, sondern zeitigte eine allgemeine Wirtschaftskrise”). 
Das Volk blickte geringschätzig auf den Reis wie auf Dreck. 
Wollte einer der Ritter (Samurai) den Überschuß seiner Reis- 
löhnung zum Ankauf anderer Waren benützen, so konnte er 
nicht genug Geld aufbringen, um auch nur die nötigsten Lebens- 
bedürfnisse anzukaufen. Wollte er etwa noch etwas extra kaufen, 
so blieb ihm nicht genug mehr zu essen. In der gleichen Lage 
wie die Samurai befanden sich die Landwirte. Selbst bei guter 
Ernte konnten sie kaum die Kosten des Transportes und der 
Arbeitslöhne decken. Sie vermochten von dem Überschuß nicht 
erheblich zu profitieren. Da aber die Samuraiklasse nicht mehr 
kaufkräftig war, hatten auch die Händler und Handwerker nur 
wenig Erwerbsmöglichkeiten. Trotz der niedrigen Reispreise gab 
es viel armes Volk, das halb verhungert war, eine große Sterb- 
lichkeit trat ein. Schon begann die Landbevölkerung sich gegen 
die Grundherren zu rühren. Die Regierung wollte die allgemeine 
Not dadurch beseitigen, daß sie die Reispreise zu steigern suchte, 
u. zw. nicht durch eine Währungsreform, sondern durch eine 
Verminderung des Reisangebotes auf dem Markte. Aber alle diese 
Verordnungen, sowohl die Weisung an die Städte, Reis in großen 
Mengen anzukaufen und aufzuspeichern, wie auch die Förderung 
der Likörerzeugung durch Gewährung eines Monopolrechts an 
die Reishändlerzunft hatten nicht den gewünschten Erfolg. Die 
Reispreise zeigten keine Steigerung. Da brachte mit einem Schlage 
ein Heer von Insekten (Heuschrecken) zustande, was bisher nicht 
gelungen war. Die reifende Frucht wurde weithin in einer Nacht 
28) A,a.O., S. 42.
	        

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Naturalwirtschaft Und Geldwirtschaft in Der Weltgeschichte. Seidel, 1930.
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