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Neueste Zeit (Abt. 3)

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Bibliographic data

Object: Neueste Zeit (Abt. 3)

Monograph

Identifikator:
881661368
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3236
Document type:
Monograph
Author:
Goldberger, Ludwig Max http://d-nb.info/gnd/117548804
Title:
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Edition:
Achte Auflage
Place of publication:
Berlin
Publisher:
F. Fontane & Co.
Year of publication:
1911
Scope:
1 Online-Ressource (299 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Kapitel XII. Des Prinzen Heinrich Amerikafahrt und die "Captains of Industry"
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neueste Zeit (Abt. 3)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Kapitel. Erste Stufe der kleindeutschen Lösung der Einheitsfrage
  • Viertes Kapitel. Zweite Stufe der kleindeutschen Lösung der Einheitsfrage
  • Fünftes Kapitel. Ursprung, Verlauf und Ausgang des Kulturkampfs

Full text

160 Fünfundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. 
an erster Stelle zum allgemeinen und zunächst auch gleichen 
Wahlrecht führen mußte. Allein eben dieser Demokratismus, 
der in seiner radikalen Durchbildung an den Anfängen des 
neuen Zeitalters ebenso stand wie der radikale Liberalismus 
zu den Anfängen des vorhergehenden, trug in sich ein not— 
wendiges Korrektiv in Strömungen und Einrichtungen, die wir 
heute als Imperialismus bezeichnen. In diesem Sinne war 
Napoleon III. dem ausgebildeten Demokratismus Frankreichs 
zum ersten Male entgegengetreten in zahlreichen Maßregeln seiner 
Regierung, die schon damals spezifisch imperialistisch genannt 
wurden, bis zur Ausnützung eben dieses Demokratismus im 
Plebiszit: es ist mit die lehrreichste und zugleich die modernste 
Seite seiner Regierung. 
Bismarck hatte nun in seinem Charakter Züge, die ihm 
Demokratismus wie Imperialismus in gleicher Weise zu ver— 
tehen gestatteten: sie waren vornehmlich in dem exzentrischen 
Wesen seiner Willenstätigkeit gegeben. Es ist eine Seite seines 
Naturells, die, soweit der Demokratismus in Betracht kommt, 
»on seinem geistig unebenbürtigen Gegner Rechberg einmal über⸗ 
reibend in dem Satze zum Ausdruck gebracht worden ist: 
„Gibt es in Berlin einen Ministerwechsel, so kommt der schreck— 
liche Bismarck an die Reihe, ein Mensch, der imstande ist, den 
Rock auszuziehen und selbst auf die Barrikade zu treten.“ In 
der Tat scheute Bismarck von diesem Zuge seines Wesens aus 
nicht vor dem Verkehr mit Männern zurück, die andere Leute 
revolutionär nannten; am bekanntesten sind seine Beziehungen zu 
dassalle geworden; er hat aber vom Tage seines Amtsantritts auch 
mit den ungarischen Revolutionären, mit ihnen freilich zunächst 
us Gründen der äußeren Politik, in Verbindung gestanden. 
Allein diese Veranlagung erlaubte Bismarck eine ebenso auf—⸗ 
richtige, man möchte fast sagen sorglose Schätzung der radikal⸗ 
konservativen Elemente: was auf dem Gebiete des modernen 
Demokratismus imperialistische Neigungen ergeben mußte. In 
der Tat klingen diese nun, in der unter den deutschen Ver⸗ 
hältnissen der sechziger Jahre möglichen Lauterkeit und Klang⸗ 
farbe häufig genug in Bismarcks Motivierung der Maßregel
	        

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Neueste Zeit. Weidmann, 1909.
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