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Kartelle

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Bibliographic data

fullscreen: Kartelle

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Der Kartellgriff
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Kartelle
  • Title page
  • Contents
  • I. Der Kartellgriff
  • II. Über Geschichte und Anwendungsgebiet der Anbieterkartelle

Full text

D 
definitionen aber häufig der Fehler gemacht wird, auch solche Merk- 
male, die zwar vielen oder den meisten, nicht aber allen Kartellen 
eigen sind, in die Definition aufzunehmen, so sei ergänzend noch 
auf einige Punkte hingewiesen, die in den Kartellbegriff nicht 
einbezogen werden dürfen. 
ı. Nicht richtig ist es, die Kartelle als „freie“ oder „freiwillige“ 
Verbände zu definieren!). Die Freiwilligkeit (im Gegensatz zu staat- 
lichem Zwang) liegt zwar bei den meisten Kartellen vor; aber es 
gibt daneben auch Zwangskartelle. Auf sie wird in Abschnitt IV 
genauer eingegangen werden. Es ist auch unrichtig, zu sagen, daß 
zwar nicht im wirtschaftlichen, wohl aber im Sinne von S$ ı der 
Kartellveroränung nur freiwillige Verbände Kartelle seien. Wäre 
das der Fall, so hätte ja nicht im 8 ı9 ausdrücklich betont zu werden 
brauchen, daß die Kartellveroräanung auf solche Verbände keine 
Anwendung finde. Übrigens hat der Entwurf eines Gesetzes zur 
Förderung des Preisabbaues vom Dezember ı925 (Art. III) gerade 
diese letztere Bestimmung wieder streichen wollen. Die Begründung 
sagt dazu: „Nach der vorgeschlagenen Fassung des 8 ıg9 sind Ver- 
bände, deren Bildung in Gesetzen oder Verordnungen angeordnet 
ist (Zwangssyndikate, Zwangsinnungen), dem gleichen Recht unter- 
worfen, wie andere Kartelle und Syndikate.“ 
2. Mit Rücksicht auf das Bestehen von Zwangskartellen kann 
man auch nicht sagen, daß die Kartelle schlechtweg auf Vertrag 
beruhen. Zwar trifft das auch bei manchen Zwangskartellen zu, 
es braucht aber nicht so zu sein, und es ist auch nicht immer 
der Fall. 
3. Falsch ist es, die Kartelle als Verbände von Erzeugern, von 
Produzenten zu bezeichnen. Zwar sind die Produzentenkartelle 
besonders häufig, aber neben ihnen gibt es auch zahlreiche Kartelle 
auf dem Gebiete des Handels, des Bank-, des Versicherungs-, des 
Verkehrswesens usw. Deshalb ist es auch zu eng, zu sagen: die 
Kartelle „bezwecken die Anpassung der Produktion an den Bedarf“. 
4. Weiter ist es unrichtig, die Kartelle als Organisationen von 
Anbietern, als Verbände zur Regelung des Absatzes zu be- 
zeichnen, denn es gibt auch Kartelle von Abnehmern. Auf sie wird 
l) Fridrichowicz, der in der Zeitschrift für die gesamte Staatswissen- 
schaft, 1895, S. 635 die Kartelle als freie Vereinigungen definiert, machte schon damals 
dazu die Einschränkung: „An sich ist es wohl nicht nötig, daß eine Vereinigung von 
Unternehmungen eine freie sei, um ihr den Namen Kartell beizulegen; die Vereinigung 
könnte auch gesetzlich vorgeschrieben sein ; doch gibt es zur Zeit nicht derartige Kartelle.‘““
	        

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Kartelle. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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