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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Der Kartellgriff
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

I 
■ ./ 
; I,! 
in einem Tage zusammen etwa 12 Pfund Stecknadeln liefern. 1 Pfund 
enthält über 4000 Nadeln von mittlerer Größe. Diese zehn Personen 
konnten demnach täglich über 48000 Nadeln herstellen“Q. 
Diese Beschreibung gibt sehr gut wieder, wie in der Gesellschaft 
der auf sich allein angewiesene Mensch kaum die allernötigsten seiner 
Bedürfnisse befriedigen könnte, w'ährend er durch die Arbeitsteilung und 
den Gütertausch seine Produktion und seinen Wohlstand verhundertfacht. 
Daraufhin untersucht Smith die Gründe dieser Macht der Arbeits 
teilung und führt sie auf drei Hauptursachen zurück: Die große Fertig 
keit, die jeder Arbeiter, der sich nur 'Stets mit derselben Tätigkeit befaßt, 
erlangt; — die Zeitersparnis, die dadurch gewonnen wird, daß man nicht 
ständig von einer Beschäftigung zur anderen übergeht, — endlich die 
Erfindungen und Vervollkommnungen, welche die stete Beschäftigung 
mit derselben Arbeit denen, die sie alle Tage ausüben, ganz natürlich 
nahe legt. 
Man hat Smith vorgeworfen, den Vorteilen der Arbeitsteilung nicht 
ihre Nachteile gegenübergestellt zu haben. Dies lag in seinem Plan und 
ist ohne wirkliches Interesse. Die Hauptsache ist, daß er sie nicht übersah, 
denn niemand hat sie klarer als er ins Licht gesetzt. Im 5. Buche führt er 
in bezug auf die öffentliche Erziehung aus: „Je weiter die Teilung der 
Arbeit fortschreitet, um so mehr kommt es endlich dahin, daß die Be 
schäftigung des größten Teiles derer, die von ihrer Arbeit leben, d. h. der 
Masse, auf einige wenige sehr einfache Verrichtungen, oft nur auf ein 
oder zwei, beschränkt wird“. Nämlich: „Ein Mensch, der sein ganzes 
Leben damit hinbringt, ein paar einfache Operationen zu vollziehen, deren 
Erfolg vielleicht immer derselbe oder wenigstens ein ziemlich ähnlicher ist, 
hat keine Gelegenheit, seinen Verstand zu üben oder seine Erfindungskraft 
anzustrengen, um Hilfsmittel gegen Schwierigkeiten aufzusuchen, die ihm 
niemals begegnen. Er verliert also natürlich die Fähigkeit zu solchen 
Übungen und wird am Ende so unwissend und dumm, als es nur immer 
ein menschliches Wesen werden kann“ 2 ). 
Zwischen diesen Ausführungen und den oben ausgeführten Gedanken 
scheint ein Widerspruch zu bestehen. Weiter oben stellt Smith die Be 
schäftigung mit ein und derselben Arbeit als eine Quelle der Erfindungen 
hin; — hier ist sie die Ursache der Verblödung des Arbeiters. Der Wider 
spruch ist mehr scheinbar als wirklich, denn dieselbe Beschäftigung, die 
die Einbildung zuerst anspornen mag, kann später durch ihre Eintönigkeit 
eine Erschlaffung der Intelligenz nach sich ziehen. Auf jeden Fall ist der 
Schluß, den A. Smith aus seiner Bemerkung zieht, sehr inteiessant. Um 
den Nachteilen dieses Übermaßes von Spezialisierung zu begegnen, legt 
*) Völkerreichtum I, S. 3—4, B. I, Kap. I. 
*) Ebenda II, S. 215, B. V, Kap. I, Teil 3, § 2.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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