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Kartelle

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Bibliographic data

fullscreen: Kartelle

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Über Geschichte und Anwendungsgebiet der Anbieterkartelle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Kartelle
  • Title page
  • Contents
  • I. Der Kartellgriff
  • II. Über Geschichte und Anwendungsgebiet der Anbieterkartelle

Full text

71 
übrigens Bestrebungen im Gange, die beiden Verbände zu gemein- 
samen Vorgehen zu veranlassen. Da es für die „Kunden“ große 
Schwierigkeiten macht, wenn sie mit zwei verschiedenen Organi- 
sationen verhandeln müssen, so wird ein solches Zusammengehen 
auch von ihnen gefordert!). Würde, was auch schon angeregt ist, 
durch Gesetz ein einheitlicher Zusammenschluß der Urheberrechts- 
inhaber erfolgen, so würde ein Zwangssyndikat vorliegen. 
Auch bezüglich der Komponistenverbände ist übrigens zu be- 
achten, daß die Kartellierung der Urheber zwar gegenüber den 
Musikverbrauchern, nicht aber gegenüber den Musikverlegern be- 
steht. Die Verleger sind Mitglieder der Verwertungsgesellschaften 
und spielen darin vom Beginn dieser Organisationen an eine sehr 
erhebliche Rolle 2), 
ausgespielt worden. Die Abnehmer sind seit 1928 in dem wirtschaftlich mächtigen 
„Reichskartell der Musikveranstalter Deutschlands‘ zusammengeschlossen. 
‘) Vgl. Plugge und Roeber, a. a. O., S. 95, 125, 132 ff. 
*) Plugge und Roeber, die allerdings in ganz einseitiger Weise die Inter- 
essen der Musikveranstalter vertreten, sagen a. a. O., S. 138: „Die Entwicklung hat 
vermöge der organisatorischen Verwertung des Aufführungsrechts und des Instituts 
der freien Übertragbarkeit des Urheberrechts dahin geführt, daß das Urheberrecht 
mehr und mehr zu einem verstärkten Rechtsschutz der Verleger wurde. Was man 
dem Urheber gewähren wollte, wurde in Wahrheit einer an sich schon wirtschaftlich 
starken Kategorie von Unternehmern gewährt, die in der Praxis so gut wie immer 
sämtliche Urheberrechte und damit auch das musikalische Tantiemenrecht auf sich 
übertragen ließen. Neuerdings wird bei dem Abschluß von Verlagsverträgen den Ur- 
hebern musikalischer Kompositionen in zahlreichen Fällen das Aufführungsrecht ge- 
lassen. Dies geschieht aber nicht, um dem Grundgedanken des Urheberrechts erhöhte 
Geltung zu verschaffen, sondern um die Urheber auf die Einnahmen aus der Verwer- 
tung der „kleinen Rechte‘ zu verweisen und auf diese Weise die Einnahmen der Ur- 
heber aus der Verwertung der großen, insbesondere der Verlagsrechte nach Möglichkeit 
zu beschneiden. Der Verleger rückte so aus seiner anfänglichen Stellung als „Ver- 
mittler‘‘ zwischen Musikerzeuger und Musikverbraucher allmählich in die Stellung 
des wirtschaftlichen Antipoden sowohl des Musikurhebers wie des Musikverbrauchers. 
Der Streit um die Höhe der in Verwertungsgesellschaften geballten Aufführungsrechte, 
wie überhaupt um die Veranlagungsmethoden und das Veranlagungssystem, ist im 
Grunde ein Kampf zwischen Verlegern und Musikverbrauchern und wirkt in jeder 
Hinsicht nachteilig zurück auf die Interessen der wirklichen Urheber. Aus dem als 
Urheberschutz gedachten Autorrecht ist ein verstärktes Verlegerrecht geworden.‘
	        

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Compte Rendu Des Travaux de La Chambre Syndicale Pendant Lʹannée 1926. Soc. Anonyme du Sémaphore de Marséille, 1927.
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