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Kartelle

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Bibliographic data

fullscreen: Kartelle

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kartelle
  • Title page
  • Contents
  • I. Der Kartellgriff
  • II. Über Geschichte und Anwendungsgebiet der Anbieterkartelle

Full text

7 
| 
Ad 
möglichst großes Quantum zu sichern. Solche Verhältnisse finden 
sich häufiger 
ı. bei gewissen landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere 
solchen, die wegen hohen spezifischen Gewichts, leichter Verderb- 
lichkeit u. dgl. nicht aus großer Ferne herangeschafft werden können, 
bei denen man mit dem Einkauf auch nicht lange warten kann. Wird 
die Anbaufläche für solche Erzeugnisse nicht oder nicht entsprechend 
vermehrt, steigt aber die Zahl und die Produktionsmöglichkeit der 
auf ihre Verarbeitung eingerichteten industriellen Werke, dann kann 
der Kampf um den Rohstoff oft sehr scharfe Formen annehmen. 
2. Das gleiche gilt in manchen Fällen für Holz, wenn der Vor- 
rat daran mit der steigenden Verwendung nicht Schritt hält oder 
gar zurückgeht, ohne daß aus anderen Gegenden leicht Ersatz be- 
schafft werden könnte. 
3. Einen weiteren ähnlichen Fall finden wir in manchen Ge- 
genden bei Erzen, wenn die Kapazität der Hütten steigt, die Erz- 
gewinnung aber nicht in gleicher Weise sich vermehren läßt. 
4. Einen besonders wichtigen Fall bilden endlich zahlreiche 
Artikel, die nur als Nebenprodukte oder Abfälle gewonnen werden, 
wie Häute und Felle, Alteisen, Knochen u. dgl. Hier ist die Menge 
der zur Verfügung stehenden Materialien durch die Marktverhältnisse 
des Hauptproduktes bedingt, sie läßt sich wohl durch sorgfältigeres 
Sammeln u. dgl. vermehren, es ist aber nicht möglich, sie im Ver- 
hältnis der Nachfrage zu steigern. Nimmt die Verarbeitung solcher 
Rohstoffe zu, so tritt häufig eine Materialknappheit ein und in ihrem 
Gefolge eine Konkurrenz der Abnehmer‘)}). 
1) Man vergleiche z. B. die folgenden Ausführungen in einem Bericht der „‚Sach- 
verständigenkommission der Lederinteressenten von Berlin‘ über das Jahr 1ı912: 
„Das Berichtsjahr war von Anfang bis zu Ende durch eine starke Hauße im Häute- 
und Fellhandel charakterisiert. Die Preise der beiden für den Berliner Platz wichtigsten 
Artikel, Rindhäute und Kalbfelle, erreichten eine Höhe, deren sich selbst die ältesten 
Mitglieder der Branche schwerlich werden entsinnen können. Wenn wir den Ursachen 
nachgehen, auf welche diese anhaltende Preissteigerung zurückzuführen ist, so läßt 
sich nicht leugnen, daß bei Rindern die Schlachtungen in der ganzen Welt kleiner als 
in den Vorjahren waren. Demgegenüber machte sich eine gesteigerte Nachfrage nach 
Leder für Schuhzwecke sowie für Spezialzwecke, welch letztere häufig ein höheres 
Preisniveau vertragen, bemerkbar. Die Hauße in Kalbfellen läßt sich dadurch er- 
klären, daß Produkte aus Kalbfellen Modeartikel geworden sind, denn sowohl in Amerika 
als auch in Europa erstreckte sich die Nachfrage überwiegend auf Kalbfellstiefel und 
-Schuhe, während das früher, namentlich bei Damen, beliebte Chevreaux weniger be- 
achtet wurde. Wenn man sich vergegenwärtigt, zu wie vielen Zwecken jetzt Leder 
verwendet wird, wovon noch vor 10 Jahren keine Rede war, wie mit der fortschreiten- 
den Zivilisation jetzt auch in unzivilisierten Ländern die meisten Bewohner. welche
	        

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Kartelle. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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