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Neuere Zeit (Abt. 2)

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Bibliographic data

Contents: Neuere Zeit (Abt. 2)

Monograph

Identifikator:
881661368
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3236
Document type:
Monograph
Author:
Goldberger, Ludwig Max http://d-nb.info/gnd/117548804
Title:
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Edition:
Achte Auflage
Place of publication:
Berlin
Publisher:
F. Fontane & Co.
Year of publication:
1911
Scope:
1 Online-Ressource (299 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Kapitel I. Boden und Menschen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neuere Zeit (Abt. 2)
  • Title page
  • Contents
  • Neunzehntes Buch
  • Zwanzigstes Buch

Full text

174 Swanzigstes Buch. Viertes Kapitel. 
verdammte er alle bildende Kunst, in der die Schönheit auf anderen 
Momenten als der Schönheit festumrissener Konturen beruht: 
er verdammte das Bildnis, er verdamnite das Historienbild, er 
verdammte das Genre und er verdammte vor allem die Land— 
schaft. Ja er verwarf die Farbe überhaupt; er konnte wünschen, 
die Kunst der Olmalerei möchte nie erfunden sein; und er forderte, 
daß sich die Malerei auf die Darstellung einer einzelnen körper⸗ 
lichen Idealschönheit, höchstens auf die Zusammenstellung von 
zwei oder drei solcher Idealgestalten beschränken solle. 
Man sieht: die Entwicklung der Theorie der bildenden 
Künste führte, so sehr sie durch Lessing eine Anschauung der 
Abhängigkeit der einzelnen Künste von ihren Mitteln gewann, 
unter dem Einflusse der Bestimmung des Begriffes der Nach— 
ahmung durch eine antike Kunst, die der Zeit fast in die antike 
Bildnerei aufging, beinah zur theoretischen Vernichtung der 
Malerei und jedenfalls zur einseitigen Betonung des bloßen 
Umrisses und in ihr zur ausgesprochensten Bevorzugung der 
Plastik. 
Wir haben hier nicht mehr zu erörtern, welche Folgen 
diese Theorie gehabt hat; später wird erzählt werden, wie sie, 
und in ihr das Besondere der griechischen Renaissance, als ein 
Gegenstück des Fortlebens der Aufklärung, noch bis in die 
dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts in der Bevorzugung der 
Konturenzeichnung und in der Art der plastischen Schöpfungen 
bis auf Thorwaldsen nachhallt, ja wie sie noch bis zur Mitte 
des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus in mancher Richtung 
maßgebend geblieben ist. 
Lessing aber nimmt in der Geschichte der Theorie der bil— 
denden Künste, soweit sie unter dem Einflusse der griechischen 
Renaissance steht, eine ähnliche, wenn auch nicht gleichweit vor— 
wärts entwickelte Stellung ein wie in der Geschichte der reli⸗ 
giösen Aufklärung: er ahnte wohl das Land der Zukunft, aber 
er tat nur einen ersten Schritt gegen seine Grenzen. Wie weit 
er gleichwohl über das Denken seiner Zeitgenossen, soweit es 
sedimentären Charakter hatte, hinausgelangt war, zeigte die 
Erscheinung, daß sein „Laokoon“ dem lebenden wie noch vielen
	        

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Neuere Zeit. Heyfelder, 1905.
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