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Zur Zollfrage

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Bibliographic data

thumbs: Zur Zollfrage

Monograph

Identifikator:
1847422136
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-250625
Document type:
Monograph
Title:
Das Baugewerbe in der Volks-, Berufs- und Betriebszählung von 1925
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Deutscher Baugewerksbund (N. Bernhard)
Year of publication:
1930
Scope:
183 Seiten
graphische Darstellungen
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Zur Zollfrage
  • Title page
  • I.
  • II.
  • III.
  • Zu I. Ausschlaggebende Bedeutung der Ertragshöhe, nicht der Anbaufläche
  • II. Der Schutzzoll muß sich auf alle Produkte der Landwirtschaft erstrecken
  • III. Der Zollschutz verbilligt relativ die Lebenshaltung

Full text

ermöglichen aber nicht in stärkerem Maße die Abschaffung von 
Gespannen, wie so oft behauptet wird. Bestenfalls bringen sie 
durch die schnellere Arbeitsleistung ein wenig erhöhte Ernten. 
Unserer Industrie heute im Hinblick auf die Hochschuͤtzzollpolitik 
des Auslandes den Zoll zu nehmen, würde eine noch größere 
Gefährdung der Industrie bedeulen, als sie an sich schon vorhan— 
den ist. Dieses Mittel anwenden, hieße nichts anderes, als den 
Teufel mit Beelzebub auszutreiben. Bei einer weilleren Beschäfti— 
gungslosigkeit der Industrie würden die Sozialabgaben in noch 
schwindelhaftere Höhen anwachsen als bisher. 
Die Produktionskosten sind in der ganzen Welt gestiegen, 
haben sich aber, wenn man fuͤr dieselben bezüglich der auslän— 
dischen Landwirtschaft die Friedenszahl 100 einsetzt, am eigent— 
lichen Friedensgoldwert nicht gesteigert. Es haden sich somit 
für das Ausland Preisniveau und Produktionskosten nicht geän— 
dert, sondern es hat eine Verschlechterung des Geldwertes stattge⸗ 
funden. Die Basis ist also dieselbe gebneben. Es ist aber nicht 
einzusehen, weshalb sich die Preise bei freier Markientwicklung, 
wie sie bei der Landwirischaft gegeben ist, nach dem höchsten, je⸗ 
weiligen Produktionskosten in der Welt richten follen? Diese 
theoretische Behauptung ist durch die praktische Entwicklung in 
unzähligen Fällen vollkommen widerlegt. Das billigst produzie⸗ 
rende Land wird seine Ware zuerst auf dem Markte unterbringen. 
Der schlagendste Beweis dafür ist Ford in Amerika, der die Mo— 
torenpreise in der ganzen Welt über den Haufen geworfen hat. 
Dieses billigste Angebot wird die Preise drücken und erst, wenn 
dieses Angebot aufgenommen ist, wird das teurer produzierende 
Land seine Forderungen durchsetzen, vorausgesetzt, daß — noch 
Bedarf vorhanden ist. Diese Entwickelung ist ferner bewiesen durch 
das Angebot der Agrarprodukte in den sO er Jahren aus Übersee, 
das die damalige Agrarkrisis verursacht hat. Beweis ist ferner 
die Tatsache, daß der Rohrzucker die Zuckerpreise bis auf 7 Al je 
Zentner, das heißt, weil unter die Produktionskosten des keurer 
produzierenden Deulschlands herunlersehe. Unsere stark vorbe— 
lastete Industrie hat aber auch heute mit ihren höheren Preisen 
auf den reichlich versorgten Weltmarkt keinerlei Einfluß. 
3. Bereitschaftszölle werden von allen Seiten als nicht 
durchführbar abgelehnt! 
Geheimrat Sering empfiehlt für den Fall, daß seine Voraus— 
sagen falsch seien, kemporäre Zölle einzufuühren, die nur dann er— 
hohen werden sollen, wenn und solange die Preise in Deutschland 
unter Selbstkosten fallen. Die temporären — gleitenden — Zölle 
werden sowohl von der Regierung als für Handelsvertragsver— 
handlungen ungeeignet, vom Handel aber jedes Geschäft verhin⸗ 
dernd, abgelehnt. Sie würden unbedingt zu einer starken, unge⸗ 
sunden Spekulation besonders des Überseehandels führen. Zu— 
dem wäre bei ihnen die mit dem Zollschutz unbedingt notwendige 
Regelung des Einfuhrschein-Systems garnicht zu lösen. Über 
diese Frage ist in der Presse und in den Parlamenten so viel 
verhandelt worden, daß ein nochmaliges näheres Eingehen sich 
hier erübrigen dürfte. Die Landwirtschaft kann von ihrer For— 
derung von Mindestzöllen auch für Vieh nicht abgehen.
	        

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Zur Zollfrage. Heege, 1925.
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