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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Die regressive Methode und der ‘Zirkelschluss. 139 
ist, mit dem es begonnen: da doch die Erkenntnisart mannig- 
fache Wandlungen erfahren und streng von einander abgegrenzte 
Stufen durchlaufen hat. Noch einmal stellt Zabarella alle diese 
Einzelphasen in genauer Abgrenzung einander gegenüber. Was 
uns zunächst gegeben ist, ist nur die Kenntnis des einzelnen Effekts, 
die nakte Tatsachenwahrheit, die uns nichts über den Zusammen- 
hang und den Ursprung des besonderen Faktums verrät. Der 
nächste Schritt besteht darin, das complexe Faktum in seine 
einzelnen Bestandteile und Merkmale zu zerlegen und die einzelnen 
Begleitumstände festzustellen, unter denen es aulftritt. Wenn wir 
indes auf diese Weise die „Bedingungen“ einer bestimmten Er- 
scheinung erfahrungsmässig festgestellt haben, so wäre es dennoch 
irrig zu glauben, dass wir in ihnen schon die wahrhafte „Ursache“ 
erfasst und bestimmt haben. Was uns bis hierher bekannt ist, 
ist das empirische Beisammen und die zeitliche Abfolge der 
Elemente, nicht die Art und die begriffliche Notwendigkeit ihres 
Zusammenhangs: Um hierein Einsicht zu erhalten, müssen wir 
vorerst. und noch ehe wir den Rückweg zur Ableitung der 
Wirkung antreten, bei der hypothetisch angenommenen Ur- 
sache verweilen, um sie einer gedanklichen Zerlegung und Prüfung 
zu unterziehen. Erst in solcher reflexiven Besinnung (mentale 
ipsius causae examen) wird die Ursache, die uns zuvor nur als 
ungegliedertes „verworrenes“ Ganze gegeben ‚war, zu Clnem 
distinkten begrifflichen Inhalt.“ Haben wir etwa zuvor das 
Feuer als eine Bedingung erkannt, die dem Rauch beständig voran- 
geht, so suchen wir jetzt, gleichsam vermo0ge EINES gedanklichen Ex- 
periments, seine einzelnen Merkmale zu isolieren und uns den Zu- 
sammenhang, den sie etwa mit der Erscheinung des Rauches haben 
können, begrifflich vorzustellen. Nachdem wir auf diese Weise 
die wesentlichen Merkmale von den unwesentlichen gelrennt und 
den Ursachencomplex A in eine Reihe von Teilbedingungen aßy... 
aufgelöst haben, können wir daran gehen, die einzelnen Kompo- 
nenten gedanklich zusammenzufügen, um den Erfolg deduktiv 
aus ihnen hervorgehen zu lassen. Drei verschiedene Schritte 
treten also deutlich auseinander: während der erste uns von der 
Wirkung, die wir unbestimmt und verworren erfassen, zu einer 
vagen und verworrenen Vorstellung der Ursache: führt, besteht 
der zweite in einer „geistigen Betrachtung“, durch die wir zu
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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