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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Die Freiheit des Willens. 
153 
transscendente Eingriff abgewiesen wird, um so helleres Licht fällt 
nunmehr auf die psychologischen, ja auf die körperlichen 
Ursachen, die unser Handeln einschränken und bedingen.®) Der 
Freiheitsgedanke, wie er hier verstanden wird, ist nicht der Gegen- 
satz, sondern das Korrelat zum Gedanken der empirischen Ver- 
arsachung. Bestimmter tritt sein Sinn und seine Tendenz in Picos 
Rede über die „Würde des Menschen“ hervor, die im engsten Zu- 
sammenhang mit der Schrift gegen die Astrologen zu denken und 
zu deuten ist. Hier besitzen wir die positive Ergänzung und Er- 
füllung der Gedanken, die uns bisher in polemischer Gestalt und 
Wendung entgegengetreten sind. Um den eigentlichen Vorrang 
des Menschen zu bezeichnen, ist es, wie hier ausgesprochen wird, 
nicht genug, in ihm das Verbindungsglied zu sehen, das Hohes 
und Niederes, das die sinnliche und die intelligible Welt ver- 
knüpft und sich somit zum Mittler und Dolmetsch des Alls macht. 
Denn welche ausgezeichnete uud zentrale Bedeutung ihm hier auch 
zugesprochen zu werden scheint: sie bleibt hinter seinem eigent- 
lichen Werte zurück, solange man sie nur als von aussen gegeben, 
nicht als durch ihn selbst erwählt und erworben ansieht. Der 
einzigartige Wert des Individuums wurzelt darin, dass es nicht, 
wie die andern Dinge, atı einen einzelnen festen Platz im All ge- 
bunden ist, sondern sich selbst seine Stellung im Universum be- 
stimmt und den Standort seiner Betrachtung anweist. In seine 
zigene Hand ist es gegeben,. welcher Art des Daseins und des 
Lebens es angehören will. „Mitten in die Welt“ — so spricht der 
Schöpfer zu Adam — „habe ich Dich gestellt, damit Du um so 
leichter um Dich schauest und sehest alles, was darinnen ist. Ich 
schuf Dich als ein Wesen, weder himmlisch noch irdisch, weder 
sterblich noch unsterblich, damit Du selbst als Dein eigener freier 
Bildner und Ueberwinder Dir Deine Form gebest und aufprägst. 
Du kannst zum Tier entarten oder in selbsttätiger Entschliessung 
zum Göttlichen Dich wiedergebären. Die Tiere bringen aus dem 
Mutterleibe mit, was sie haben sollen; die höheren Geister sind 
von Anfang an oder doch bald danach, was sie in Ewigkeit bleiben 
werden. Du allein hast eine Entwickelung, ein Wachsen nach 
{reiem Willen, Du hast Keime eines allartigen Lebens in Dir“.®) 
So sehen wir, wie bei demselben Denker, der zuerst zur 
«trengeren Auffassung der Naturkausalität sich erhebt, zugleich
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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