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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

L60 Die Erneuerung der Natur- und Geschichtsansicht, 
ist nichts anderes, als die Weisheit Gottes, mit welcher er 
nicht allein den Juden in einer engen syrischen Landschaft bei- 
wohnte, sondern auch den Griechen, den Römern, den Deutschen, 
so verschieden auch ihre religiösen Gebräuche waren.) Wie 
dieser reine und universelle Theismus aus seiner Beschrän- 
kung auf das Gebiet der Spekulation heraustritt und unmittel- 
bar in die sittlichen Grundfragen eingreift, das wird besonders 
am Beispiel des Erasmus deutlich. Der Augustinische Begriff 
des Gottesstaates, der die grossen Heiden ausdrücklich ausschloss, 
wird nun gesprengt: auch sie gehören der echten und wahrhaften 
„Gemeinschaft der Heiligen“ an, wenngleich sie in unsern „Ver- 
zeichnissen‘“ fehlen mögen. Der Grösse der antiken Denkart und 
Gesinnung wird die Lebensführung der Christen gegenübhergestellt, 
die bei den Meisten in Zeremonien, in Beschwörungen und Zauber- 
lormeln, in dem Halten der Fasten und in äusseren kirchlichen 
Werken aufgeht.®) In dieser Vergleichung, die dem „Convivium 
religiosum“ angehört, geht die humanistische Tendenz direkt in 
die Grundgedanken der Reformation über. Diese bilden den Ab- 
schluss, freilich aber auch die Begrenzung der religiösen Bewegung 
der Renaissancezeit, Innerhalb des Protestantismus selbst ist es 
namentlich die Lehre Sebastian Francks, in der die religions- 
philosophische Gesamtanschauung der Epoche noch einmal zur 
Aussprache gelangt. Die Gleichsetzung des göttlichen „Wortes“ mit 
dem „natürlichen Licht“ ist bei ihm vollendet: „was Plato, Seneca, 
Cicero und alle erleuchteten Heiden das Licht der Natur und der 
Vernunft genannt haben, das bezeichnet die Theologie als das 
Wort, als den Sohn Gottes und als den unsichtbaren Christus. 
Dieser ist so gut in Seneca und Cicero gewesen als in Paulus. 
Demnach versteht er unter Christus (Logos) die Immanenz der 
sittlich religiösen Ideen in Gott und deren Wirken und sich Mit- 
teilen an die Menschen“. %) 
So mündet die religiöse Gesamtentwickelung der Zeit, die 
wir hier nur in vereinzelten Andeutungen skizzieren konnten, 
wiederum in den Gedanken des Logos ein. In diesem vielge- 
staltigen und fruchtbaren Begriff lässt sich nunmehr das ganze 
Ergebnis der Gedankenarbeit der Renaissance zusammenfassen 
Die Dialektik, wie die Psychologie, die Naturbetrachtung, 
wie die Geisteswissenschaft haben uns sämtlich zu ein und
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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