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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Das ‚Selbstberwusstsein: 
227 
des Erkennens und seinem Inhalt’ besteht, da müsste folgerich- 
tig jede Möglichkeit der Erkenntnis aufgehoben sein. Die passive 
Aufnahmefähigkeit des Ich muss somit — wie schon bei den 
nächsten Nachfolgern Telesios erkannt war — durch die An- 
nahme einer eigenen selbsttätigen Form der „Bewegung‘“ und 
eines ursprünglichen Impulses ergänzt und berichtigt werden.) 
Wie jedem Wesen der Trieb der Selbsterhaltung angeboren ist, 
so muss es ein latentes Vermögen in uns geben, kraft dessen wir 
uns innerlich erfassen und begreifen. Das ganze Sein der Seele, 
sowie jedes erkennenden Subjekts geht in diesem Akt des Wissens 
auf: „esse animae et cujuslibet cognoscentis est cognitio sui“.%) 
Die Schranke zwischen Begriff und Existenz ist an diesem Punkte 
durchbrochen: nur „formal“ lassen sich hier Erkennen und Sein 
unterscheiden, während sie „real“ und „fundamental“ in eins zu- 
sammenfallen.5) Alle Streitfragen über das „Wesen“ der Seele 
entstehen nur daraus, dass eine falsche reflektierende Auffassung 
sich an die Stelle der ursprünglichen Gewissheit schiebt, dass wir 
„diskursiv“ und syllogistisch zu begründen suchen, was sich nur 
anschaulich erfassen lässt.®) Jede Zerlegung des Erkenntnis- 
prozesses, jede Verdoppelung in ein „Subjekt“ und ein „Objekt“ 
wird hier hinfällig. Wenn bei der Erfassung der Aussenwelt der 
Intellekt sich leidend verhält, wenn er eine innere Umformung 
seiner Wesenheit erfährt, so ist er im Akte des Selbstbewusst- 
seins dieser Bedingtheit enthoben. Dieser Akt ist uns zugleich 
„verborgen“ und „gewiss“: — das erstere, weil der Inhalt, den 
wir in ihm ergreifen, sich nicht unmittelbar nach Art der Sinnen- 
dinge vor Augen legen lässt, das zweite, weil er nichts anderes 
als der Ausdruck unseres eigenen Wesens ist, der vor jeder gegen- 
ständlichen Erkenntnis vorangehen muss.5) 
So führt die neue Fragestellung — und dies hebt sie über 
ihre lediglich metaphysische Bedeutung hinaus — zu einer inneren 
Umgestaltung in der Rangordnung des Erkennens. Verein- 
zelte Motive dieser Umbildung finden sich bereits in den ersten 
Bestimmungen des Systems. Wenn alles abstrakte Denken auf die 
Wahrnehmung der Aehnlichkeit zwischen sinnlichen Inhalten 
zurückgeführt wird, so wird dies zunächst durchaus im nomina- 
listischen Sinne verstanden: Bewegungen, die ihn gleichartig affi- 
zieren. werden vom Geist mit ein und demselben Namen belegt 
A»
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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