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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

A 
Die Naturphilosophie. 
So mündet denn die Betrachtung, wie sehr sie darnach 
strebt, die Natur nach „eigenen Prinzipien“ zu begreifen, immer 
von neuem wieder in den Gottesbegriff ein. Es wäre indes irrig, 
in diesem Zusammenhang, der freilich gelöst werden musste, ehe 
der wissenschaftliche Begriff der Natur entstehen konnte, 
lediglich ein Hemmnis der Entwicklung zu sehen. Vor allem 
ist es das religiöse Problem selbst, das jetzt dank den neuen 
Fragen, mit denen es sich berührt, eine Wandlung und Ver- 
tiefung erfährt. Der Humanismus wie die Naturphilosophie wirken 
aunmehr zu dem gleichen einheitlichen Ziele der ethischen Uni- 
versalreligion zusammen. Schon die Naturansicht des Paracelsus 
steht in engster Verbindung mit seiner religiösen Grundanschau- 
ung, in der er sich vor allem mit der freieren Gestaltung der 
protestantischen Gedanken in Sebastian Franck berührt. (S. ob. 
5. 160.) Die Einzigkeit und Beständigkeit der Natur verbürgt uns 
die Einheit der echten Gottesidee, die von keinem besonderen 
Cult oder keinem besonderen Dogma ausgeschöpft oder erreicht 
wird. Wie die Erkenntnislehre Campanellas den „eingeborenen“ 
Sinn, in dem wir das eigene Wesen ursprünglich erfassen, von 
len äusserlich hinzutretenden Wahrnehmungen und Kenntnissen 
unterschied, so scheidet seine Religionsphilosophie die Eine natür- 
liche Gottesverehrung von den fremden Zutaten, die sich im Ver- 
auf der Geschichte und im Wechsel der Zeiten und Völker an 
sle herandrängen. Der ursprüngliche Kern bleibt durch alle 
verschiedenen Aeusserungsformen hindurch ein und derselbe: 
„diversitas nulla est intus, nisi sicut in scientia et modo“. Die 
Welt erschliesst sich uns als das Sein, „an dem wir die Breite der 
Gottheit lesen“: sie ist das Standbild und der Tempel, in dem die 
göttlichen Gedanken niedergelegt und in lebendigen Symbolen 
verkörpert sind. „Selig, wer in diesem Buche liest und von ibm 
die Wesenheiten der Dinge erlernt, nicht aber sie nach eigenem 
oder fremdem Gutdünken ersinnt.“ 5) Um sich die religiöse 
Grundanschauung Campanellas zu vergegenwärtigen, muss man 
sie freilich nicht lediglich in seiner Metaphysik aufsuchen, in 
der die Nachwirkung der Scholastik, wie die Rücksicht auf die 
kirchliche Autorität die Freiheit und Weite der Betrachtung ein- 
engen. Sie gelangt erst in seinen Dichtungen, in denen sie sich 
mit dem neuen sozialen Ideal, sowie mit der Aussprache der
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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