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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Das Beharrungsgesetz 
807 
mählich immer weitere Teile ergreift und damit mittelbar auch 
lem heweglien Körper in jedem Moment einen neuen Impuls 
mitteilt. Dabei werden drei verschiedene Phasen begrifflich 
unterschieden und die Erfahrungen des Wurfes nach ihnen ge- 
deutet; im Anfang, da die Gesamtmasse der Luft noch nicht von 
der Bewegung ergriffen worden ist, schreitet der Körper langsam 
fort, erreicht dann einen bestimmten, höchsten Wert der Ge- 
schwindigkeit, um von ihm, je mehr die übertragene Bewegung 
der Luftteilchen sich abschwächt, wieder allmählich herabzu- 
sinken.1%) Galilei deckt zunächst den logischen Grundmangel 
dieser angeblichen Erklärung auf: sie setzt voraus, dass wenigstens 
der Luft die Fähigkeit zukommt, einen empfangenen Eindruck 
iber den ersten Moment hinaus während einer bestimmten Zeit- 
dauer zu bewahren und festzuhalten; sie muss also dem Medium 
eben jene Eigenschaft zugestehen, die sie für den bewegten 
Körper selbst leugnete. Die Schwierigkeit ist hier nicht gelöst, 
sondern ersichtlich nur um einen Grad zurückgeschoben. Denken 
wir uns ferner das Verhältnis zwischen Ursache und Wirkung 
als strenge quanlitative Bestimmtheit. so müsste, wenn das 
Medium die Ursache der Erhaltung und Fortpflanzung der Be- 
wegung wäre, die Grösse der Geschwindigkeit proportional der 
Dichtigkeit des Mediums zunehmen, während die Erfahrung das 
Gegenteil zeigt. Hier wie bei Kepler ist es der Gedanke der 
exakten funktionalen Abhängigkeit, der die Anwendung des 
Kausalbegri(fs regelt und einschränkt.!?®%) Wenn Aristoteles weiter- 
hin die Erhaltung der „natürlichen“ Bewegung zugestanden, die 
der „gewaltsamen“ dagegen bestritten hatte, so zeigt sich auch 
an diesem Punkt das Charakteristische der neuen Denkart. Die 
Natur im Aristotelischen Sinne steht unter dem Gesichtspunkt 
and der Vorherrschaft des Zweckbegriffs: natürlich ist die Be- 
wegung, die dem inneren Wesen des Subjekts und seinem imma- 
nenten Formprinzip angemessen ist. Für die moderne Wissen- 
schaft dagegen ist es der Gedanke der Notwendigkeit, der den 
Sinn und Inhalt des Naturbegriffs ausmacht. Sie schliesst dem- 
nach nicht von der Qualität und Beschaffenheit einer vereinzelten 
Bewegungsiorm auf ihre Beharrung und Fortdauer; sondern um- 
gekehrt ist es das allgemeine Gesetz der Erhaltung, durch das 
ihr die Geschwindigkeit. die in der unmittelbaren. naiven Auf- 
ad
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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