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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Das Problem der Erfahrung. 
401 
gleichmässig ausdehnt, bis er in seinem Werke „Le monde“ zu 
ainer durchgreifenden und allumfassenden mechanischen Erklä- 
"ung des Kosmos fortschreitet. 45) Die Schriften, die sich aus 
diesem Grundwerk allmählich entwickeln und abzweigen -— ins- 
besondere die „Dioptrik“ und die „Meteore“ — geben ihm sodann 
Gelegenheit, seine Erfahrungstheorie an einem konkreten Beispiel 
darzustellen und zu bewähren; sie mochten es überflüssig erschei- 
nen lassen, den Faden der abstrakten Untersuchung dort, wo er 
in den „Regeln“ fallen gelassen worden war, von neuem aufzu- 
nchmen. So müssen denn diese Schriften genügen, um einc An- 
schauung der besonderen physikalischen Methodenlehre Descartes’ 
zu vermitteln; hält man sie mit den Andeutungen zusammen, 
die der erste ausgeführte Teil der Regeln enthält, so sieht man 
in der Tat, wie beides sich wechselseitig bestätigt und ergänzt. — 
Intuition und Deduktion sind die Grundmittel des Geistes, 
die der Beginn des Werkes als die ersten und unumgänglichen 
Erfordernisse jedes echten Wissens hinstellt. Alle anderen Wege 
müssen uns als verdächtig und trügerisch gelten; wo wir nicht 
lie gleiche und unbedingie Evidenz, wie gegenüber den Objekten 
der reinen Mathematik erlangen können, da sollen wir lieber von 
aller weiteren Forschung ablassen, als uns der Gefahr aussetzen, 
beständig in die Irre zu gehen. Denn besser ist es, überhaupt 
auf die Ermitllung der Wahrheit verzichten, als ohne sichere 
Melhode zu ihr gelangen zu wollen: wird doch der Geist, der im 
Dunkeln zu wandeln gewohnt ist, nicht geübt, sondern geschwächt 
and verwirrt, bis er die Sehkralt der Vernunft und des „nalür- 
lichen Lichts“ gänzlich einbüsst. Wir dürfen somit unser Auge 
auf keinen Gegenstand heften, der nicht unmittelbar von diesem 
Quell aller Erkenntnis erleuchtet, der nicht durch nolwendige 
rationale Vermitllung aus den ersten evidenten Grundlagen ein- 
geschen werden kann. Alles Wissen muss von dem Einfachen 
zum Zusammengesetzten, von den Ursachen zu den Wirkungen 
[ortschreiten.%) Die Erfahrung vermag uns über die Natur 
eines verwickelten und komplexen Vorganges niemals vollständig 
aufzuklären; ist doch die Antwort, die sie zu erteilen vermag, 
selbst mehrdeutig und bedarf erst der Erläuterung und der Inter- 
bretation durch den reinen Begriff. 
Und dennoch ist es nicht das alte scholastische Ideal 
6
	        

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Neueste Zeit. Weidmann, 1909.
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