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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Die denkende und die ausgedehnte Substanz. 
481 
möglich. Körper und Seele erscheinen nach dem Ausspruch der 
Sinne und der alltäglichen Erfahrung, die Descartes in diesem 
Punkte ebenso anerkennt, wie er sie anfangs verworfen hatte, 
als „verbunden“: aber sie können niemals in wahrhafter Be- 
deutung begrifflich „geeint“ werden. Zwar versucht Descartes 
gelegentlich eine solche Einigung, indem er ausführt, dass wir 
verschiedene Klassen geistiger Kategorien besitzen, von denen die 
zinen zur Darstellung der Körperwelt, die anderen zur Darstellung 
der reinen Inhalte des Denkens bestimmt sind, während eine dritte 
Klasse „ursprünglicher Begriffe“ dazu dient, uns den Zusammen- 
hang von Geist und Körper darzustellen und verständlich zu 
machen (Vgl. ob. S. 393.) Indessen lässt es sich zwar begreifen, 
wie die Seele „in sich selbst“ die Urbilder findet, nach denen sie 
las Denken und seine Bestimmungen umfasst und beurteilt; es 
lässt sich weiter verstehen, wie sie mittels der Ideen der Aus- 
lehnung, Gestalt und Bewegung, die bereits als reine Erzeugnisse 
des Denkens bezeichnet waren, das immanente Sein der materi- 
allen Erscheinungen ihrem Gesetze unterwirft. Völlig dunkel aber 
muss es bleiben, wenn in dem Geiste selbst eingeborene Begriffe 
vorausgesetzt werden, die sich nicht auf die Tätigkeit oder den 
Inhalt des Bewusstseins beziehen, sondern eine Beziehung zu 
ziner fremden, heterogenen Substanz ausdrücken, mit der er 
nicht wesentlich, sondern nur zufällig und nachträglich „in Ver- 
bindung steht“. Descartes selbst muss sich, um diesen Zusammen- 
hang zu verdeutlichen, auf eine scholastische Grundan- 
schauung berufen: wie die „Qualität“ der Schwere, die selbst 
aur ein unteilbares und stoffloses Sein darstellt, die schwere Ma- 
cerie zur Erde zieht, so soll auch die Seele den Körper bewegen 
können, ohne sich mit ihm zu vermischen und ihm gleichartig 
zu werden.®) Deutlich erkennt man hier, dass er den Anthro- 
pomorphismen, die er aus der Grundlegung der Physik 
jür immer verbannt hatte, in der Ausdeutung des metaphy- 
‚schen Verhältnisses von Leib und Seele nicht zu entgehen 
vermochte. 
Und so ist es schliesslich — so paradox dies auf den ersten Blick 
erscheinen mag — das psychologische Problem, an dem seine 
Philosophie, die Philosophie des „Cogito“, scheitert. Die Erkenntnis 
der äusseren Natur geht unbeirrt ihren sicheren methodischen
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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