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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Die Ideenlehre. — Malebranche. 
ich in meinem Geiste ein Gebäude, so arbeite ich auf einem Bau- 
grund, der nicht mein eigen ist: „cela ne vient point de la mo- 
dalit& qui nous est propre et particuliere, c'est un Gclat de la 
substance lumineuse de notre maitre commun“.!l) — 
Damit ist der letzte.entscheidende Schritt getan, ist der Ueber- 
gang von Descartes zu Augustin vollzogen. (S. oben S. 436 f.) Aber 
der Grundgedanke Augustins erhält hier, wo er mit den Prinzipien 
der modernen Erkenntnistheorie zusammentrifft und mit ihnen 
verschmilzt, allumfassende Bedeutung und Durchbildung. Was 
für die ewigen und notwendigen Wahrheiten, das gilt damit auch 
für die besonderen Erkenntnisse, deren Vorbild und Bedingung 
sie sind. Zwischen dem Bereich der Erkenntnisse und dem Ge- 
samtgebiet der Dinge aber ist jeder Unterschied und jede Schranke 
beseitigt: so erstreckt sich der metaphysische Hauptsatz des Systems 
nunmehr unmittelbar auf alles gegenständliche Wissen überhaupt. 
Wir begreifen erst jetzt den Wert der vorangehenden Reduk- 
tion, vermöge deren die Objekte sich uns in Erscheinungen auf- 
lösten. (S. oben S. 484.) Wenn es für uns keine anderen als in- 
telligible Objekte gibt, wenn alles Intelligible aber ein Beharr- 
liches und Dauerndes enthält, das von unserem wandelbaren Ich 
nur ergriffen, nicht erschaffen werden kann, so verstehen wir den 
Satz, „dass wir alle Dinge in Gott schauen“, als notwendige 
Folgerung. In der Tat: was anders ist der wirkliche Inhalt jeder 
gegenständlichen Wahrnehmung’als ein bestimmt umgrenzter und 
gestalteter Teil der Ausdehnung, der vermöge der Eigenart seiner 
rein geometrischen Struktur und vermöge der Bewegung seiner 
einzelnen Teile bestimmte subjektive Empfindungen der Farbe, 
der Härte u. s. w. in uns hervorruft?) Entsteht aber die Idee 
der Ausdehnung, als ein Unendliches, nicht aus dem Grunde un- 
seres Selbst, sondern ‚muss sie, um Inhalt unseres Bewusstseins 
zu werden, von aussen auf uns übertragen werden, so sehen wir: 
dass wir der Mitwirkung der intelligiblen Welt der Ideen auch bei 
dem einfachsten empirischen Wahrnehmungsakt nicht entbehren 
können. Die Summe der einzelnen Empfindungen — diesen Satz 
übernimmt Malebranche als grundlegende Voraussetzung aus Des- 
cartes’ Analyse des Wahrnehmungsprozesses — gibt uns niemals 
die Gewissheit eines äusseren. Gegenstandes; erst die mathema- 
tischen Begriffe und Urteile sind es, die ihn bestimmen und voll-
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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