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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Der Wertunterschied in den Inhalten des BEwWuSsISeiNS. 497 
zieht, zu sprechen. Bei Malebranche dagegen wird die logische 
Grundtatsache des Wertunterschiedes zu einem Unterschiede des 
Seins und des Ursprungs. Man kann verfolgen, wie die „Idee“ 
bei ihm immer deutlicher ein selbständiges Eigenleben annimmt, 
wie das Geschöpf sich zum Schöpfer wandelt. Auf sie geht nun- 
mehr alle Wirksamkeit über, die er den Dingen wie dem mensch- 
lichen Geiste versagt hatte. Bei aller Wahrnehmung sind es 
nicht die Körper selbst, sondern die Idee der intelligiblen Aus- 
lehnung, die auf uns einwirkt und unsere Seele berührt und 
umgestaltet”) Solche Kraft eignet ihr von ihrem göttlichen 
Ursprung: denn nur was in Gott und unmittelbar mit seinem 
Wesen verbunden ist, besitzt wahrhaft schöpferisches Vermö- 
gen.®) Man hat Malebranches Begriff der intelligiblen Aus- 
dehnung mit Kants Begriff der reinen Anschauung verglichen: 
und in der Tat besteht, wenn man lediglich die sachlichen 
Bestimmungen über das Verhältnis des Einen unendlichen Rau- 
mes zu den besonderen Gestaltungen und Begrenzungen gegen 
einander hält, zwischen beiden eine auffallende Uebereinstim- 
mung.“) Die spiritualistische Raumtheorie ist hier, wie in an- 
deren geschichtlichen Ausprägungen, die sie gefunden hat, der 
Vorläufer der idealistischen Lehre geworden. Dennoch bleibt in 
der Grundabsicht und in der allgemeinen Gedankenrichtung ein 
unverkennbarer Gegensatz bestehen; was bei Kant aus dem 
Grunde und Gesetze des Selbstbewusstseins hervorgeht, das müssen 
wir bei Malebranche als ein Aeusseres und Gegebenes ergreifen. 
„Si nous ne pouvions voir les figures des Corps quen nous-m6- 
mes, elles nous seroient ... inintelligibles; car nous ne nous 
connoissons pas. Nous ne sommes que tenebres A Nnous-memes; 
il faut que nous nous regardions hors de nous pour nous voir‘%0) 
Der Satz, dass die Seele sich selbst „unbegreiflich“ ist, zeigt hier 
seine innere Gefahr und Zweideutigkeit. So wertvoll er sich er- 
wies, um die metaphysische Forschung nach dem Wesen des Ich, 
ım die rationale Psychologie abzuwehren: er versagt gegenüber 
dem echten und tieferen Begriff des Cartesischen „Selbstbewusst- 
seins“, Denn besitzen wir nicht eben in den objektiven Grund- 
methoden der Wissenschaft unser „Selbst“ in aller Klarheit und 
Ursprünglichkeit? — 
Es ist sachlich lehrreich und aufklärend, von hier aus auf 
a9
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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