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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

+98 
Die Ideenlehre — Malebranche 
die philosophischen Streitschriften zwischen Malebranche und 
Arnauld herüberzublicken. Die Vorzüge wie die Mängel der 
Ideenlehre treten nirgends so deutlich hervor, wie in dieser Dis- 
kussion, in der Malebranche sich gezwungen sieht, überall auf 
die Grundmotive zurückzugehen und seine Gedanken auf ihre 
wesentliche Einheit zusammenzuziehen. Der Einwand, den Arnauld 
‚on Anfang an erhebt, trifft das System in der Tat an einer ver- 
wundbaren Stelle. Jede Vorstellung — so führt er aus — 
anthält, wenngleich sie an sich ein einheitliches Ganze ist, 
dennoch eine doppelte Beziehung in sich: auf die Seele, die 
lurch sie modifiziert wird, und auf den Gegenstand, den wir als 
den objektiven Inhalt der Vorstellung denken. Wenn Male- 
branches Scheidung zwischen Perzeption und Idee, zwischen dem 
erkennenden Ich und dem, was von ihm erkannt wird, keine 
andere Bedeutung haben will, als diese zweifache Relation und 
ihre gedankliche Notwendigkeit zum Ausdruck zu bringen, so 
besteht sie völlig zu Recht. In diesem Falle aber muss daran 
festgehalten werden, dass es sich hier nicht um zwei gesonderle 
Wesenheiten, sondern um ein und dieselbe Bestimmung des 
Bewusstseins handelt, die nur von zwei verschiedenen Seiten 
beurteilt wird. Beide Betrachtungen sind gleich ursprüng- 
.ich und notwendig; wir beziehen den Eindruck ebenso un- 
mittelbar auf einen äusseren Gegenstand, wie wir ihn als eine 
Zuständlichkeit unseres „Ich‘ denken.%) Es ist vergeblich, nach 
dem „Grunde“ dieser Eigenart unseres Bewusstseins forschen zu 
wollen; denn jede Erklärung, jede Theorie würde dieses Ur- 
phänomen immer bereits enthalten, vermöchte also nur schein- 
bar hinter dasselbe zurückzugehen.*®) Müssig ist es vor allem, zu 
(ragen, wie das ausser uns, an einem bestimmten Orte des 
Raumes befindliche Ding es anfängt, in unser Ich überzugehen, 
wie es mit ihm zusammenfliesst und ihm innerlich „gegen- 
wärtig“ wird. In Problemen dieser Art werden Gesichtspunkte, 
die nur innerhalb der räumlich-zeitlichen Erfahrung ihren Sinn 
und ihre Geltung haben, auf die Ableitung des Bewusstseins und 
der Erfahrung überhaupt angewendet, wird ein Verhältnis, das 
aur zwischen den fertigen Dingen statt hat, einer Lehre zu Grunde 
gelegt, die das Zustandekommen gegenständlicher Erkenntnis er- 
klären soll. Eben diese Verwechslung einer ursprünglichen ge-
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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