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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

ATiSLOLEIES. 
45 
Bildung ihrer eigenen Wesenheit nach zustrebt. Alles Werden 
der Natur wird unter dem Bilde und der Analogie des Wachs- 
tums eines Organismus beschrieben: es wird nur verständlich, 
wenn wir in ihm die stetige Verwirklichung und die konkrete 
Selbstdarstellung eines allgemeinen vorbildlichen Prinzips sehen, 
das von Anfang an zu Grunde liegt und sich, dem Widerstande 
des Stoffes zum Trotz, allmählich immer reiner ausprägt und 
herausarbeitet. Und wie dieser Gesichtspunkt von Zweck und 
Mittel die Erklärung des besonderen Geschehens beherrscht, so 
bestimmt er auch den Aristotelischen Gesamtbegriff des Univer- 
sums. Was wir die Gesetzlichkeit der Natur nennen, das ist nur 
der Ausdruck für die einheitliche, formgebende und lebensspen- 
dende Tätigkeit, die durch das Al hindurchgeht und die auf ver- 
schiedenen und entlegenen Gebieten stets analogische Gestaltungen 
hervorruft. Die Natur ist ein System und eine Gradabstufung von 
immanenten Zwecken, die sich wechselweise bedingen und auf 
einander hinweisen. Nicht mit Unrecht hat man gesagt, dass in 
diesem Aristotelischen Bilde vom Weltganzen „die poetische Le- 
bendigkeit der altgriechischen Naturanschauung“ wieder zum Vor- 
schein komme?%): der ästhetische Reiz aber, den sie dadurch aus- 
übt, darf gegen ihre inneren logischen Schwierigkeiten nicht blind 
machen, In der Tat scheinen wir hier dem Prinzip und der all- 
gemeinen Fragestellung nach wieder mitten in die Anfänge der 
ee ichen Spekulation zurückversetzt: die Substanz ist wieder 
der E 1 e und schlechthin Gegebene, das wir bei aller Untersuchung 
er Erkenntnis voraussetzen und an die Spitze stellen müssen. Das 
„Allgemeine“, das bei Platon wesentlich den Stempel und die Prä- 
gung des Denkens trug, indem es das ideelle Vorbild bezeich- 
nete, auf das wir in allen unseren empirischen Aussagen und Ur- 
teilen hinblicken müssen: hier ist es zu einer Realpotenz geworden, 
die sich auswirken und in immer neuen besonderen Bildungen 
offenbaren will. — 
_ Ist auf diese Weise der Begriff des Seins vorweg gesetzt und 
bestimmt, so kann sich die Erkenntnislehre des Aristoteles 
den Umrissen, die hier gegeben sind, leicht und mühelos einfügen. 
Die Dinge besitzen ein äusseres, selbstgenügsames Dasein: für die 
Erkenntnis kann es sich nur noch darum handeln, sich diese 
Existenz in allen ihren Teilen nachbildend anzueignen. Alle
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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