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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

ae 
) 
Nikolaus Cusanus. 
Bestimmung und Unterscheidung bei; vielmehr ist es die Ver - 
nunft selbst, die in dem sinnlichen Material erst die festen Ab- 
grenzungen und Sonderungen vollzieht: ratio sensu ut instru- 
mento ad discernenda sensibilia utitur, sed ipsa est quae in 
sensu sensibile discernit.®) So sehen wir, dass das empi- 
rische Weltbild, in dem uns die Gegenstände bereits als einzelne 
gesondert entgegentreten, schon ein Produkt aus dem Zusammen- 
wirken von Wahrnehmung und Begriff ist. Die Leistung der 
[dee wird innerhalb des Gebiets der Erfahrung selbst auf- 
gesucht und hervorgehoben. 
Durch diesen Gegensatz gegen den mittelalterlichen Realis- 
mus aber, dem die Idee an und für sich etwas Existierendes und 
Absolutes ist, werden wir zu Folgerungen hingeführt, die der 
Reinheit und Unabhängigkeit des Denkens zunächst zu wider- 
streiten scheinen. Wenn unser diskursives Denken die Sichtung 
und Deutung der sinnlichen Eindrücke zur Aufgabe hat, so ist 
es klar, dass es nicht auf die Wesenheit der Dinge, sondern nur 
auf deren „Abbilder“ sich richtet und über diese an keinem 
Punkte ‘hinauszugelangen vermag. Das System der Erkenntnis 
löst sich in einen Inbegriff und eine Ordnung von Zeichen auf; 
die absolute Welt der Objekte bleibt ihm unzugänglich. Wenn 
die Gegenstände im göttlichen Geiste nach ihrer präzisen und 
eigentümlichen Wahrheit enthalten sind, so fasst der unsrige 
nicht ihr Sein, sondern nur mittelbar ihre „Aehnlichkeit“;®) wenn 
das Denken Gottes zugleich ein Erschaffen ist, so geschieht un- 
sere Begriffsbildung dadurch, dass wir uns selber den vorhan- 
denen Objekten anpassen und uns nach ihnen umgestalten. Der 
Begriff der Seele selbst wird unter diesem Gesichtspunkt be- 
stimmt: sie ist die Kraft, die sich allen Dingen anzugliedern ver- 
mag. (quae se omnibus rebus potest conformare.*) Wie dem 
göttlichen Geiste die „vis entificativa“, so kommt unserem In- 
tellekt die „vis assimilativa“ als Merkmal und Grundzug zu.%) 
Damit aber scheint das Denken, da es an ein äusseres Modell 
verwiesen wird und von ihm seine Beglaubigung empfängt, zu- 
gleich zu einer bloss passiven Widerspiegelung eines Gegebenen 
zu werden. In der Tat sieht sich Cusanus selbst zu dieser Konse- 
quenz hingedrängt: „Sunt illa omnia unum et idem: vis conci- 
piendi, conceptio, similitudo, notio, passio et intellectus“.2)
	        

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Zur Geschichte Und Theorie Des Bergregals Und Der Bergbaufreiheit. J. Bielefelds Verlag, 1916.
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