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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Geschichtliche Stellung und Fortwirkung des Systems. 77 
Tätigkeit sich in konkreter Form offenbart, hängt von, dem Blick 
ab, den das einzelne endliche Subjekt auf sie richtet. Das Auge 
sieht, indem es sich dem Göttlichen zuwendet, in ihm nichts An- 
deres, als sich selbst und seine eigene W ahrheit. So stellt sich 
dem Zornigen Gottes Bild zornig, dem F rohen freudig dar; so 
blickt Gott den Jüngling mit der Art und Miene des Jünglings, 
den Greis mit dem Antlitz des Greises an.®) Das unbedingte Sein 
strahlt uns das eigene Wesen, das wir in den endlichen Objekten 
nur geteilt und beschränkt wiedererblicken, rein und vollständig 
zurück: das Absolute ist in der Art, wie es sich uns darstellt, zu- 
gleich das Subjektivste. Kein Wesen kann über die Schranken 
seiner Gattung hinausgehen; aller geschichtliche Fortschritt der 
Menschheit ist nur die immer bestimmtere und klarere Entfal- 
tung dessen, was im menschlichen Geiste implicit enthalten und 
vorgezeichnet ist.®) Wenn das Mittelalter das Ziel alles Wissens 
in ein jenseitiges Sein verlegte, SO reift hier die Erkenntnis, dass 
es nur der immanente Gehalt des Bewusstseins der Menschheit 
ist, der im Fortgang der Geistesgeschichte zur Klarheit aufstrebl. 
Die neuere Philosophie beginnt damit, dass sie diesen allgemeinen 
Gedanken, der für die Spekulation des Nikolaus Cusanus einen 
Grenzpunkt bildet, an die Spitze stellt und ihn in mannigfachen 
Richtungen und Tendenzen zur Ausführung bringt. 
Die nächste geschichtliche Wirkung, die die Erkenntnis- 
lehre des Nikolaus Cusanus ausübte, und die Art, in der sie sich 
ım Bewusstsein der Zeitgenossen spiegelte, stellt sich uns am deut- 
lichsten in den Schriften eines Mannes dar, der nach den ersten 
Voraussetzungen seiner Philosophie noch völlig in der Scholastik 
wurzelt, der aber zugleich als Mathematiker und Physiker eine 
Erneuerung des empirischen Weltbildes anstrebt und damit die 
Naturanschauung der Renaissance in wichtigen Hauptzügen 
vorbereitet. Carolus Bovillus hat die erste entscheidende Anre- 
gung zu seinem logischen und naturphilosophischen System durch 
die persönliche Lehre des Faber Stapulensis erhalten, der ein 
eifriger Anhänger des Aristoteles, zugleich aber einer der ersten 
Schüler Cusas und der Herausgeber seiner Schriften war. Die 
Doppelrichtung, die seinem Denken damit gegeben war und die
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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