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Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

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Bibliographic data

fullscreen: Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

Monograph

Identifikator:
1885646178
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-253324
Document type:
Monograph
Title:
Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Year of publication:
1908
Scope:
VI, 154 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Abschnitt. Die deutschen Städte im Mittelalter: Ihre Blütezeit
  • Zweiter Abschnitt. Die deutschen Städte im 16. und 17. Jahrhundert: Die Korruption der städtischen Verwaltung
  • Dritter Abschnitt. Die preußischen Städte im 17. und 18. Jahrhundert: Vernichtung städtischer Freiheit
  • Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808

Full text

—35 
Er war auch ein wahrhaftig frommer Mann, wie er ganz ein tapferer 
und redlicher Mann war, aber selbst in ernsten Gesprächen führte er 
Gott selten im Munde, niemals im Maule. Nichts war von ihm ver— 
haßter als Maulchristen, ja selbst Mundchristen wurden ihm leicht ver— 
dächtig als Gleisner und Scheinheilige. Er nannte sich einen frommen 
Christen, und er war es; er pries sich auch darin glücklich, daß er durch 
seine Eltern ein Lutheraner war. Seine Ahnen hatten im Dreißigjährigen 
Kriege genug für ihren Doktor Martin gelitten und waren von Schlössern 
und Guͤtern verjagt und im Jahr 1650 wieder hergestellt worden. Er 
pflegte so in seiner kurzen Weise zu sagen: „Doktor Luther hat uns den 
Weg und Eintritt in den Himmel gottlob etwas kürzer gemacht, da er 
die vielen Hofmarschälle, Zeremonienmeister und Tuͤrhüter des Himmels— 
palastes weggeschafft hat. Sie wissen, ich liebe das Kurze, wenn der 
Weg auch oft etwas abschüssig und gefährlich ist.“ — Er glaubte das 
Erlbsungswerk des Lutherschen Katechismus, aber die Mundchristen 
mochte er nicht, welche den Namen Heiland und Erlöser leicht im 
Munde führen; schwer und ernst führte er ihn auch bei Gelegenheit im 
Munde. „Das ist ein Geheimnis, wobei einem verworrener wird, je 
mehr man darüber schwatzt und klügelt; vor einem Geheimnis steh' ich 
ttill, daran glaube ich, aber von Gott weiß und fühle ich was.“ Gott 
und nur Gott war immer nur sein einfaches Wort. J 
Ich habe Stein im Hause und in der Familie nicht beten gesehen; 
wenn man zuweilen in der Frühe in sein Stadiolo kam, wo unter den 
weltlichen Büchern etwa die Bibel, ein Gesangbuch usw. aufgeschlagen 
lag, flugs machte er es zu und legte es weg. Er haßte und verachtete 
in allen Dingen den Schein, wie vielmehr den Schein des Scheins. 
Rührend und wahrhaft erbaulich ist mir der Mann gewesen, als 
ihm sein Gemahl heimgegangen war, und er da unter seinen Töchtern 
einsam saß mit dem Gefühl, daß er nun allein ihr irdischer und himm— 
lischer Führer und Wegweiser durchs Leben sein solle, wie er da mild und 
freundlich und still wie ein Kind von himmlischen Dingen zuweilen ein Wört— 
chen mit ihnen sprach und seine gewaltige Natur bändigte und sänftigte. 
Ja, er sah und glaubte Gott in allem, und wenn das erste Un— 
gestüm seines Herzens gestillt war, dann ergab, besänftigte und er— 
heiterte er sich. Es ist gewiß, dieser sehr ernst und stark geborene 
Mensch hat wie sein großer Schulmeister Doktor Martin Luther wohl 
von Jugend auf Gott als einen Gewaltigen und Gottes Geschicke als 
gewaltige Dinge gefühlt. Ich sage: das ist gewiß, denn er hat mir 
hundertmal die augenscheinlichen und handgreiflichen Zeichen davon ge— 
geben. Wann wir auf unsern Spaziergängen einem armen, gebückten 
Alten, einem unglücklichen Krüppel oder irgend einem jämmerlichen 
Bettler begegneten, der nach dem gnädigen Freiherrn die Hände aus— 
streckte, so holte dieser Freiherr, der für solche Fälle fast immer etwas
	        

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Die Deutsche Volksversicherung. Druck und Verlag: Vaterländische Verlags- und Kunstanstalt, 1914.
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