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Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

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Bibliographic data

fullscreen: Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

Monograph

Identifikator:
1885646178
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-253324
Document type:
Monograph
Title:
Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Year of publication:
1908
Scope:
VI, 154 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Abschnitt. Die deutschen Städte im Mittelalter: Ihre Blütezeit
  • Zweiter Abschnitt. Die deutschen Städte im 16. und 17. Jahrhundert: Die Korruption der städtischen Verwaltung
  • Dritter Abschnitt. Die preußischen Städte im 17. und 18. Jahrhundert: Vernichtung städtischer Freiheit
  • Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808

Full text

94 
bei sich hatte, ihm die Gabe aus der Tasche und gab sie still hin. Nie 
sprach er dabei ein Wort, sondern verlor vielmehr das Wort, wenn der 
Unglückliche nicht eben ein Bekannter war; es zog dann meistens eine 
sehr ernste Wolke über sein Gesicht, und er stand wohl mehrere Minuten 
still: es war, als sei das Menschengeschick an uns vorübergegangen, der 
alte Spruch res sacra misor. 
Wir nahen hier dem Schlusse und dem Grabe. Das Jahr 1830 
war gekommen mit neuen Aufruhren und Umwälzungen, welche Stein 
wohl beunruhigten, aber nicht erschuͤtterten: durch ein einzelnes Schrecken 
konnte der starke Mann nicht sterben. Aber der starke Mann war alt 
geworden, hatte sein Siebenzigstes schon um einige Jahre überschritten; 
Bicht und Podagra war ein altes Erbübel von Välern her; außer 
diesem fühlte er beim Bergsteigen schon kürzeren Atem, auch Schwindel 
hatte sich ein paarmal bis zur Ohnmacht gezeigt, sowie Schwäche seines 
Augenlichts. Nicht bloß die Bürde des Alters, deren Druck er oft 
schwer fühlte, sondern eine tiefe Wehmut über den Lauf unserer deutschen 
Dinge hatten ihn schon seit Jahren oft ausrufen lassen: „Fort! fort von 
hier! ich tauge nichts mehr auf Erden.“ Solches Gefühl ergreift auch 
wohl im kräftigsten Alter die Kühnsten, wann sie gewahr werden, wie 
ihre hohen und großen Gedanken und Entwürfe oft an dem Niedrigsten 
und Kleinsten, wie es die Erde bringt, hangen und stecken bleiben 
müssen. Dies war gewiß schon in seinen Dreißigen und Vierzigen ein 
natürliches Steinsches Gefühl gewesen. Da klang denn aus seinem 
Fort! fort von hier! auch der Vers eines alten Liedes, den er her— 
zusagen pflegte: 
Macht mir ein Bett gar weich und schön, 
Denn ich bin müde und will schlafen gehn. 
Gegen Ende des Brachmonds 1831 ist er im Schlosse Kappenberg 
im vierundsiebzigsten Lebensjahre gestorben, glücklich und selig der nahen 
Heimfahrt, indem sein Geist mit völlig klarem, ruhigem Bewußtsein bis 
ans Ende zwischen Himmel und Erde schwebte, und mit voller Klarheit 
und Wahrheit den Seinigen und allen, die sein Bett umstanden, seinen 
Dank, seine Aufträge und Bitten und Ermahnungen zusprach. Be— 
sonders rührend ist es gewesen, als er seinem jungen Jäger die Hand 
gegeben und im Gefühl der Gefahren des Augenblicks, als wenn wieder 
gegen Napoleon der Aufmarsch ausgerufen würde, ihn also ermahnt hat: 
„Mein Sohn, du bist bisher nur gegen Rehe und Hasen tapfer gewesen, 
bald kann es geschehen, daß dein König dich gegen die Reichsfeinde auf— 
ruft; dann wirst du deine Büchse tapfer für dein Vaterland gebrauchen.“ 
So schwebte der Geist des Tapfern und Treuen mit letzter Sorge und 
Gebet noch über seinem Deutschland. 
Sein Gedächtnis wird unsterblich leben.
	        

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Einführung in Die Volkswirtschaftslehre. Verlag von Quelle & Meyer, 1920.
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