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Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

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Bibliographic data

fullscreen: Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

Monograph

Identifikator:
1885646178
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-253324
Document type:
Monograph
Title:
Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Year of publication:
1908
Scope:
VI, 154 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Abschnitt. Die deutschen Städte im Mittelalter: Ihre Blütezeit
  • Zweiter Abschnitt. Die deutschen Städte im 16. und 17. Jahrhundert: Die Korruption der städtischen Verwaltung
  • Dritter Abschnitt. Die preußischen Städte im 17. und 18. Jahrhundert: Vernichtung städtischer Freiheit
  • Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808

Full text

— 108 — 
Sämtliche Stadtverordnete, deren Stellvertreter, desgleichen die 
Bezirksvorsteher, sowie die Prinzen des Königlichen Hauses und die 
ersten Autoritäten der Stadt, waren dazu auf den 6. Juli eingeladen. 
Wir geben aus dem damaligen Berichte darüber folgendes wieder: 
Um 10 Uhr morgens haͤtten sich, nachdem durch Läuten der Glocken schon 
rüh die Wichtigkeit des Tages den Einwohnern verkündet war, der bisherige 
Magistrat und die Mitglieder der neuen Stadtbehörden im großen Audienzsaale des 
ꝛerlinischen Rathauses eingefunden, wohin auch der Königl. Kommissarius Herr 
Beheimer Staats-Rat und Oberpräsident Sack, der vom alten Magistrat an der 
Treppe des Rathauses empfangen wurde, sich begeben hatte. Dieser eröffnete die 
erste Versammlung mit einer Anrede und entließ den bisherigen Magistrat im 
Namen des Königs seiner Pflichten, ihnen für ihre Tätigkeit und den Eifer für die 
iffentlichen Geschüfte dankend. Sodann forderte er den neuen Magistrat mit folgen⸗ 
den Worten zur feierlichen Vereidigung auf: „Lassen Sie uns, meine Herren, ehe 
ich Sie verpflichte und feierlich einführe, den allmächtigen Gott um seinen Segen 
bitten. Sie werden vor seinem Angesichte die heiligen Pflichten Ihres neuen und 
chweren Berufs geloben; im Angesicht des ganzen Volkes Ihren neuen Eid leisten. 
Folgen Sie mir in den Tempel des Herrn. Mit ihm wollen wir anfangen, mit 
hm wollen wir enden!“ 
Nachdem das älteste Mitglied des ausscheidenden Magistrats einige Worte zum 
Abschied gesprochen und der Sladt Glück und Wohl gewünscht hatte, setzte man sich 
in Bewegung, um durch die Reihen der die militärischen Honneurs machenden 
Bürgergarde sich zur Nilolaikirche zu begeben. Beim Eintritt des Zuges in die 
Kirche, woselbst die ersten Autoritälen der Stadt nebst einer sehr großen Anzahl 
Zuschauer erschienen waren, ward ein feierlicher Gesang angestimmt. Der Königl. 
Kommissarius setzte sich mitten vor den schön geschmückten Altar, ihm zur Rechten 
der neue Oberbürgermeister und zur Linken der Vorsteher der Stadtverordneten; 
um sie der Bürgermeister, die Stadträte, Bezirksvorsteher und Stadtverordneten. 
Der Probst und Oberkonsistorialrat Ribbeck hielt von der Kanzel eine Rede 
über Psalm 90, Vers 16 und 17 und leüete die öffentliche feierliche Vereidigung 
der neuen Stadtobrigkeit ein. Der Königl. Kommissarius proklamierte nochmals 
saut deren Namen und forderte sie im Namen Si. Maj des Königs zum Eide auf. 
Der Oberbürgermeister empfing hiermit vom Königl. Kommissarius das Formnlar des 
Eides, trat vor den Altar und legte seinen Eidschwur ab; die übrigen Magistrats⸗ 
personen schwuren gemeinschaftlich. Eine feierliche Stille war in der großen Ver⸗ 
ammlung bei dieser wichtigen, heiligen Handlung. Ein Te Deum machte den 
Beschluß; das Glockengeläute fing in allen Kirchen der Stadt wieder an und dauerte 
fort, als der Zug wieder nach dem Rathause zurückging. Nachdem die Versammlung 
die Sitze eingenommen, installierte der Königl. Kommifsarins den neuen Magistrat: 
Mögen Sie, sagte er unter anderem, dem Erfolg Ihrer eifrigen und redlichen 
Bemühungen überall entsprechen. Möge die edle Absicht unseres allgeliebten Königs 
vollkommen erreicht werden. Dann wird aus dieser neuen Ordnung der Dinge 
ein neuer Geist der Kraft und des Lebens hervorgehen. Die Buchstaben werden 
sterben, damit der Geist lebe. Heil unserm König! Heil seinem Allerdurchlauchtigsten 
Hause! Heil unserm Staate! Heil dieser guten Stadt und ihrer Bürgerschaft! 
Mögen unsere Kinder und Kindeskinder sich dieses Tages dankbaͤr und froh 
zrinnern und Friedrich Wilhelm den Dritten segnen! 
Aber auch aus Sängers Munde tönte begeistertes Lob. Max 
bon Schenkendorf, dem Reichsfreiherrn in manchem geistesverwandt, dichtete 
1814 sein Lied zum Preise deutscher Städte. Hier nur einiges daraus:
	        

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Entstehung Und Bedeutung Der Preußischen Städteordnung. Dürr, 1908.
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