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Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

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Bibliographic data

fullscreen: Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

Monograph

Identifikator:
1885646178
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-253324
Document type:
Monograph
Title:
Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Year of publication:
1908
Scope:
VI, 154 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Abschnitt. Die deutschen Städte im Mittelalter: Ihre Blütezeit
  • Zweiter Abschnitt. Die deutschen Städte im 16. und 17. Jahrhundert: Die Korruption der städtischen Verwaltung
  • Dritter Abschnitt. Die preußischen Städte im 17. und 18. Jahrhundert: Vernichtung städtischer Freiheit
  • Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808

Full text

74 
einem auf die Natur und den Menschen sich beziehenden, die körperlichen 
Kräfte zugleich entwickelnden Geschäfte, den Nutzen, den Körper zu stärken, 
den praktischen Geschäftssinn zu beleben, und das Nichtige des toten 
Buchstabens und der Papiertätigkeit kennen zu lehren.“ 1782 wird er 
zum Oberbergrat ernannt. 1784 ist er Direktor der westfälischen Berg⸗ 
werke und Fabriken. Sofort erfolgen von ihm Reformvorschläge. 1785 
erhielt er ganz unerwartet den Auftrag als preußischer Gesandter nach 
Mainz, Zweibrücken und Darmstadt zu gehen. Er bittet um seine 
Zurückberufung, da er „der Diplomatie immer abgeneigt war, wegen 
seines Hanges zur Unabhängigkeit, Offenheit und Reizbarkeit“. Die 
Bergwerksreform wurde fortgesetzt. Das Angebot einer Gesandtschaft 
nach dem Haag, dann nach Rußland, schlägt er aus. 
1788 wird der 30 jährige erster Direktor der Kriegs⸗ und Domänen⸗ 
kammer in Kleve. Es ist dies ein wichtiger Moment in Steins Leben, 
daß er gerade zu diesem Amte berufen wurde. Hier bei den Ständen 
in Kleve und Mark lernt er eine lebenskräftige Selbstverwaltung kennen. 
Es bestanden hier z. B. noch Überreste altgermanischer Gemeindefreiheit 
in den bäuerlichen „Erbentagen“. 1796 erhält er das Oberpräsidium 
von Westfalen. Zunächst in Minden, geht er 1802 nach Münster. Hier 
unter den freien Bauern der roten Erde und dem stolzen alteingesessenen 
Adel fand er eine zweite Heimat, „bei Wind und Wetter imner selbst 
zur Stelle, um nach dem Rechten zu sehen, herrisch durchgreifend, rastlos 
anfeuernd, aber auch gütig und treuherzig— durch und durch praktisch, 
nicht minder besorgt um die Kühe der kleinen Kötter, wie um die Wasser— 
wege für die reichen Kohlenwerke — ein rechter Edelmann, vornehm 
zugleich und leutselig, großartig in allem, ein kleiner König seiner 
Provinz“. 
Für uns ist noch wichtig, zu erwähnen, daß er sich hier wie schon 
in der Mark das erste mal naͤher mit der Verfassung der Städte seines 
Bezirkes befaßt, ohne natürlich zu grundlegender Reform gelangen zu 
können. Während seiner Mindener Zeit ist er wahrscheinlich auch das 
erstemal mit dem anderen großen Charakter aus den großen Männern 
jener Zeit, mit seinem spaͤteren Mitarbeiter Scharnhorst, zusammen— 
gekommen. 
1804 wird er zum Finanzminister ernannt. Nur ungern verläßt 
er sein geliebtes Westfalen. 
1806 erfolgte dann der Zusammenbruch des Staates. Stein 
rettet mit großer Umsicht die saͤmtlichen Geldvorräte der königlichen 
Kassen, sowie die der ihm unterstehenden Bank und Seehandlung. Ein 
Tag Verzug hätte ihren Verlust zur Folge gehabt; mit ihrer Hilfe wurde 
der Krieg bis zum Tilsiter Frieden fortgesetzt. 
Gegen Ende des Jahres entspinnt sich der Konflikt mit dem König, 
da Stein die Beseitigung des zwischen Ministern und König stehenden
	        

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Entstehung Und Bedeutung Der Preußischen Städteordnung. Dürr, 1908.
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