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Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

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Bibliographic data

fullscreen: Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

Monograph

Identifikator:
1885646178
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-253324
Document type:
Monograph
Title:
Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Year of publication:
1908
Scope:
VI, 154 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Abschnitt. Die deutschen Städte im Mittelalter: Ihre Blütezeit
  • Zweiter Abschnitt. Die deutschen Städte im 16. und 17. Jahrhundert: Die Korruption der städtischen Verwaltung
  • Dritter Abschnitt. Die preußischen Städte im 17. und 18. Jahrhundert: Vernichtung städtischer Freiheit
  • Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808

Full text

86 
gewonnen; ich empfand wohl, daß er mich liebgewonnen hatte. Trotzig 
genug von Natur und Gottes Gnaden war ich auch geboren, als daß 
ich mich leicht hätte verblüffen lassen. Stein ist gegen mich wie gegen 
andre zuweilen heftig gewesen, aber nur ein einziges Mal — und das 
war in Reichenbach — grob geworden. Ich kam eines Morgens früh 
um 6 Uhr — er stand sehr früh auf — mit einem Papier in der 
Hand, fand seinen Wagen mit zwei Pferden und einem Postillion vor 
dem Tor halten, und ging ohne Umstände wie gewöhnlich die Treppe 
hinauf und reichte ihm das Papier. Und da: „Was kommen Sie mich 
so früh zu stören? Ich habe keine Zeit, gehen Sie, der Quark kann 
warten.“ Und ich ging, antwortend: „E. Exc. hatten den Quark ge— 
schwind fertig befohlen. Sie sprachen: machen Sie geschwind! geschwind!“ 
So ging ich die Treppe hinunter; Niebuhr, den ich bei ihm fand, folgte 
mir sogleich mit rotesten Wangen, mich mit den Worten tröoͤstend: „Er 
ist auch gegen mich grob gewesen.“ 
Stein aber war den Morgen nach Gitschin gefahren; als ich ihn 
nach einigen Tagen wiedersah, verlangte er jenen Quark, mit welchem 
er mich etwas schnöde abgewiesen hatte, sprechend: „Sie kennen mich, ich 
war vorgestern vom Podagra und von dem übel geplagt, woran wir 
alle jetzt leiden. Ich sollte Kaiser und Könige und Hardenberg und 
Metternich sehen.“ Dabei strich er mir freundlich über die Wangen. 
Das war so seine Art Liebkosung, wann die allerfreundlichste Freundlich⸗ 
keit aus seinem Herzen quoll. kühte er einem den Kopf herüberholend. 
auf die Stirn. — — 
Nach geschlossenem Frieden im Jahre 1814 machte ich eine Lustreise 
— ich hatte sie durch heiße Sommerarbeit wohl verdient — nach Köln 
und Düsseldorf, von dort wieder nach Nassau, welches ich mir im ver— 
flossenen Jahre zuerst besehen hatte. 
Ich ward dort im Schlosse von dem Minister und den Seinigen 
auf das allerfreundlichste empfangen. Er war außerordentlich heiter und 
munter und lief mit mir und seinen beiden Töchtern, von welchen Hen— 
riette schon erwachsen, Therese ein kleiner, mutwilliger Aufschößling war, 
gleich die ersten Tage auf allen Wegen und Stegen durch Wald und Feld 
und über Berg und Tal herum. Da mußte ich das schöne, mutwillige 
Thereschen, welches immer Übersprünge machen wollte, und über dessen 
unschuldige Wildheit der Papa sich herzlich freute, denn oft über kleine 
Bäche und Gräben auf meinen Armen mit mir fortschnellen, wobei es 
sich wohl begab, daß sie ihre eigenfüßige Macht zeigen wollte und zu 
Vavas Ergötzung ein Stiefelchen im Schlamm stecken ließ. 
Im Sommer des Jahres 1815 kam Stein nicht lange vor seiner 
zweiten Fahrt nach Paris in Köln an, wo ich damals saß. Er schickte 
einen Bedienten, ich möge nach dem Dom kommen, wo ich ihn finden 
werde. Da kam auch sein Adiutant Eichhorn eben frisch aus Berlin
	        

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Entstehung Und Bedeutung Der Preußischen Städteordnung. Dürr, 1908.
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