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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

38 
Wirkung auf 
lie Waren- 
preise. 
land das Sinken des Silberwertes keine Bedeutung. Dagegen leidet 
England erheblich unter der Entwertung der Silberrupien in Indien. 
Dieser entsprechend ist die Steuer- wie die Zinszahlung aus Indien 
vermindert, 
2. Die Länder, welche ausgedehnte Silberbergwerke besitzen, 
erleiden natürlich durch eine Verminderung des Wertes des Silbers 
eine erhebliche Einbuße. Da zu diesen Ländern in erster Linie die 
Vereinigten Staaten von Nordamerika gehören, wo namentlich in den 
reichen Silberwerken von Nevada eine wesentliche Quelle des Wohl- 
standes liegt, so ist es nicht zu verwundern, daß gerade dort auch die 
größte Energie entfaltet wird, um den Silberpreis wieder zu heben. 
In Deutschland dagegen spielt der Silberbergbau nur eine sehr unter- 
geordnete Rolle, zumal das weiße Metall, wie erwähnt, hauptsächlich 
als Nebenprodukt gewonnen wird. Die Veränderung des Wertes des 
Kupfers oder gar des HEisens fällt ungleich mehr in das Gewicht. 
Auch nach dieser Richtung liegt für Deutschland kein Grund zu irgend 
welcher Besorgnis für die Volkswirtschaft vor. 
3, Länder, welche erhebliche Summen in Staaten angelegt haben, 
welche die Silberwährung besitzen oder mit diesen in einem regen Handels- 
verkehre stehen, werden natürlich durch die erheblichen Schwankungen 
einen entsprechenden Verlust an Zinszahlung in dem Werte der zu 
leistenden Kaufsummen erfahren. In dieser Hinsicht sind auch Deutsch- 
land Verluste nicht erspart, aber einmal sind die in Silber an Deutsch- 
and zu zahlenden Zinsen nicht von großer Bedeutung, und auf der 
anderen Seite muß derartige Verluste Jeder auf sich nehmen, der in 
ausländischen Papieren seine Gelder anlegt. Am wenigsten kann es 
die Aufgabe des Staates sein, für solche Kapitalisten irgend welche 
Garantie zu übernehmen. Handelsbeziehungen kommen hier nur 
mit China, Mexiko und Indien in Betracht, und der Umsatz mit ihnen 
ist ein außerordentlich geringer gegenüber dem gesamten internationalen 
Verkehr. In ganz anderer Weise ist in dieser Beziehung das Britische 
Reich in Mitleidenschaft gezogen, indem der überaus rege Handel mit 
Indien, sowie die sonstigen Zahlungen von dorther unter den Wert- 
schwankungen des Silbers im höchsten Maße gelitten haben, so daß man 
3ich 1893 veranlaßt sah, den Wert des dortigen Zahlungsmittels, der Rupie, 
gesetzlich auf 16 P. zu fixieren. Thatsächlich aber ist es nicht gelungen, 
dadurch in die internationalen Zahlungen Indiens wirkliche Gleich- 
mäßigkeit zu bringen, weil jener Kurs der Rupie nicht‘ aufrecht zu 
arhalten war, Auch Indien selbst litt unter diesen Schwankungen des 
Silberwertes so außerordentlich, daß man gegenwärtig daran arbeitet, 
die Silberwährung aufzugeben und zur Goldwährung überzugehen. 
4. Besonders in Deutschland hat man in der Entwertung des 
Silbers die eigentliche Ursache der allgemeinen Preisreduktion gesehen, 
Hand in Hand mit der Demonetisierung desselben, indem man an- 
nahm, daß der Ersatz des Silbergeldes durch Goldgeld den Bedarf an 
Gold übermäßig gesteigert und eine Verteuerung desselben herbei- 
zeführt habe. Wir haben an anderer Stelle (S. 82) gezeigt, daß diese 
Auffassung keine richtige ist, dagegen ist damit nicht erwiesen, daß 
nicht einzelne Waren dadurch im Preise herabgedrückt sein können, 
und besonders ist dieses von dem Getreide angenommen. Gerade in 
Deutschland ist die Meinung verbreitet, daß vor allem das Sinken 
les Getreidepreises auf die Entwertung des Silbers zurückzuführen 
sei, insbesondere weil dasselbe aus Silberländern nach Europa käme,
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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