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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

I6 
Wirkung 
9iner Wahl 
Bryan’s. 
hunderts und wiederum volle 100 Jahre von 1717—1816; in Frank- 
reich gleichfalls bis zur Gegenwart 100 Jahre hindurch, und zwar 
dauernd nach dem Verhältnis von 1: 15,6, obgleich in diese Zeit die 
Entdeckung der kalifornischen Goldlager fiel, und damit die völlige 
Verschiebung in der Produktion zwischen Gold und Silber eintrat. 
Gerade der Umstand, daß man in Frankreich zur Ausgleichung 
des Wertverhältnisses auf dem Weltmarkte bedeutende Quantitäten 
Silber disponibel fand und sie dem Markte als Ergänzung zu dem Ab- 
fiuß nach dem Orient zuführen konnte, ermöglichte es, trotz der kolos- 
salen Zunahme der Goldproduktion eine Verteuerung des Silbers zu 
verhüten. Man rechnet, daß allein 1853—58 Frankreich über eine 
Milliarde an Silber exportiert hat, welches dann durch Gold ersetzt 
werden mußte. War vor 1848 die Silberzirkulation in Frankreich all- 
gemein gewesen, so war Ende der 50er Jahre dafür die allgemeine Gold- 
zirkulation getreten, die wiederum Anfang der 70er Jahre mehr und 
mehr durch das eindringende Silber beseitigt wurde, so daß man 
glaubte, durch die Suspendierung der freien Silberprägung dem ent- 
gegentreten zu müssen. Von dem Momente an konnte der Bimetallis- 
mus Frankreichs und der lateinischen Münzkonvention überhaupt keinen 
Einfluß mehr auf den Weltmarkt ausüben. Es wäre aber zu weit ge- 
gangen, zu meinen, daß die freie Silberprägung in Frankreich über- 
haupt imstande gewesen wäre, das Wertverhältnis von 1: 15,6 dauernd 
aufrecht zu erhalten, denn es ist klar, daß ein Einfluß nur so lange 
vorliegen kann, als noch eine weitere Absorption des überschüssigen 
Metalls dadurch bewirkt wird. Von dem Momente an, wo das Gold 
verdrängt, die Silberzirkulation vollständig durchgeführt, damit also die 
Aufnahmetähigkeit Frankreichs an Silber erschöpft war, mußte jede 
weitere Wirkung Frankreichs auf dem Silbermarkte aufhören, und bei 
der stark zunehmenden Produktion wäre dieser Moment sehr bald ein- 
getreten, und damit der weitere Sturz des Silberpreises unvermeidlich 
zeworden. Die Suspension der Silberverkäufe von seiten Deutschlands 
konnten 1879 einen weiteren Rückgang der Silberpreise nicht aufhalten. 
Sie hat dem Lande nur Verluste gebracht. 
Ebensowenig hat der kolossale Ankauf von Silber durch die 
Vereinigten Staaten von 4! Millionen Unzen pro Monat von 1890—93 
den Silberpreis irgendwie gehoben. Wenn nach der Wahl Bryan’s 
lie Nordamerikanische Union im Jahre 1896 die Silberprägung nach 
lem Wertverhältnisse von 1:16 freigegeben hätte, würde auch nur 
eine vorübergehende Erhöhung des Silberwertes erzielt worden sein. 
Die Gelegenheit, das der Münze eingelieferte Silber in Form von 
Silberdollars, die mit dem doppelten Werte ausgestattet waren, zurück- 
zuerhalten, würde natürlich eine massenhafte Einlieferung des Silbers 
bei der Münze herbeigeführt haben, bis nach kurzer Zeit das Land mit 
Silber übersättigt gewesen wäre, worauf notwendig die Suspendierung 
weiterer Ausprägung eingetreten sein würde. Vorher aber müßte der 
Handel mit dem Auslande vollständig ins Stocken geraten sein. Aus- 
ländische Ware in Amerika gegen Silberdollars einzuführen, war natürlich 
eine Unmöglichkeit, und dieses zu erreichen war auch der Zweck der 
dortigen Schutzzöllner. Der Ausfuhr würde aber das Ausland 
sehr bald durch besondere Zölle, insbesondere auf das amerikanische 
Getreide entgegengetreten sein. Denn es ist eben unmöglich, auf die 
Dauer einen einseitigen Handel durchzuführen und in großem Maß- 
stabe Waren aus einem Lande zu beziehen, das nicht wieder Waren
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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