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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

- 173 — 
hat, ist ihre eigentliche Aufgabe erfüllt, und es ist die Voraussetzung, 
daß sie der Bank nach kurzem Umlauf zur Präsentation wieder einge- 
reicht wird, Die Vorzüge der Notenemission liegen nun darin, daß 
durch dieselbe ein Mittel geboten ist, die Umlaufsmittel dem Bedarfe 
anzupassen, indem mit großer Leichtigkeit größere Quantitäten von 
Noten in Umlauf gebracht werden können, sobald sich ein erweitertes 
Bedürfnis nach Umlaufsmitteln herausstellt. Nun sind in der Volks- 
wirtschaft fortdauernde Schwankungen zu beobachten, einmal perio- 
disch wiederkehrende, die oben bereits berührt wurden, wo am Ende 
und im Beginne eines jeden Vierteljahres größere Zahlungen zu leisten 
sind, welche mehr Zahlungsmittel beanspruchen. Ohne die Note müßte 
im Durchschnitte ein größerer Münzumlauf gehalten werden, um den 
Anforderungen zu genügen, was jetzt erspart wird. Indem die deutsche 
Reichsbank im Jahre 1899 am 7. Januar 443 Millionen ungedeckte 
Noten in Umlauf hatte, am 28, Februar nur 117 Millionen, am 
30. September 664, am 28, Oktober 418, am 31. Dezember 631 
Millionen in Zirkulation waren, paßte sie den Umlauf den Bedarfs- 
verhältnissen an. Oder richtiger, der Handelsverkehr selbst zog bald 
durch erweiterte Ansprüche an Darlehen größere Quantitäten Noten in 
Umlauf und schob sie der Bank zurück, sobald sie ihre Aufgaben er- 
füllt hatten, 
Noch weit wichtiger ist diese Anpassungsmöglichkeit nun in außer- 
gewöhnlichen Fällen; sei es, daß durch bestimmte Konstellationen des 
internationalen Verkehrs plötzlich Barzahlungen an das Ausland verlangt 
werden, wodurch der inländischen Zirkulation Abbruch geschieht, und das 
dem Inland entzogene Münzquantum nicht sofort durch Neuprägungen 
ersetzt werden kann, sei es daß durch politische Verwickelungen, oder 
Ausbruch einer wirtschaftlichen Krisis Zahlungsstockungen eintreten, die 
die Flüssigmachung bedeutender Mittel notwendig machen. Gerade in 
solchen Zeiten ist es von der höchsten wirtschaftlichen Bedeutung, daß 
durch die Notenemission in kürzester Frist Hunderte von Millionen aus 
der Erde gestampft werden können, die nun dazu dienen, der Ge- 
schäftswelt Vorschüsse zu machen und ihr damit über den toten Punkt 
hinfortzuhelfen, In solchen Zeiten bleiben den Geschäftsleuten eine 
Menge Zahlungen aus, der Absatz stockt, ein großer Teil der Waren 
ist unverkäuflich, die Kaufleute erhalten daher nicht die Summen, auf 
welche sie gerechnet hatten und die sie brauchen, um die ausstehenden 
Forderungen zu decken. Bei den Bauken werden fällige Wec.ısel 
nicht eingelöst und erwartete Depositen bleiben aus, während ihre 
Kunden größere Darlehen beanspruchen, um ihre Zahlungen fortsetzen 
zu können. So tritt überall Geldmangel ein, und eine Menge solider 
und in angemessenen Vermögensverhältnissen befindlicher Firmen sind 
in Gefahr, ihre Zahlungen einstellen zu müssen, weil sie nur momentan 
die nötigen Gelder nicht beschaffen können. Die gewöhnlichen Banken 
versagen mit ihrer Hilfe gerade in solchen Zeiten, weil ihr Kredit er- 
schüttert ist und sie doppelte Vorsicht walten lassen müssen. Welch 
ungemeiner Segen liegt nun darin, wenn die großen Notenbanken, z. B. 
unsere Reichsbank, in solchen Zeiten der allgemeinen Geldnot eine 
halbe Milliarde durch Notenausgabe in der kürzesten Frist flüssig zu 
machen und der soliden Geschäftswelt zur Verfügung zu stellen ver- 
mag. Eine Unmasse Firmen werden dadurch in den Stand gesetzt, 
ihre Geschäftsthätigkeit fortzusetzen, und enorme Kapitalsverluste 
werden dadurch verhindert, die Wirkung der Krisis wird abgeschwächt. 
Volkswirt- 
schaftliche: 
Nutzen der 
Note.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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